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Masern-Ausbruch in BW: Wie schütze ich mich vor der Krankheit?

In einer christlichen Freikirche in Karlsruhe sind die Masern ausgebrochen. In BW kommt es immer wieder zu solchen Fällen - trotz wirksamer Schutzmöglichkeiten.

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Von Autor/in Martin Heer

Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten und können im schlimmsten Fall tödlich sein. Die Impfung gilt als sicher und wirksam. Dennoch sind in diesem Jahr in Baden-Württemberg bereits rund 40 Menschen an Masern erkrankt. Zuletzt gab es in Karlsruhe einen größeren Ausbruch.

Was ist über den Ausbruch in Karlsruhe bekannt?

In Karlsruhe kam es Anfang November zu einem Masernausbruch in einer christlichen Freikirche. Laut Landratsamt haben sich insgesamt 26 Menschen angesteckt (Stand: 7. November). Die meisten hätten im Oktober Veranstaltungen im Christlichen Zentrum besucht. Die Stadt schränkte daraufhin den Zugang zur Gemeinde stark ein. Inzwischen sei auch ein erster Infektionsfall außerhalb der Gemeinde aufgetreten. Für die Allgemeinbevölkerung gebe es aktuell nur eine geringe Gefahr.

Wie viele Masern-Fälle gibt es in BW?

In Baden-Württemberg wurden in diesem Jahr laut Gesundheitsministerium bislang 40 Masernfälle gemeldet (Stand: 7. November), darin sind möglicherweise aber noch nicht alle Zahlen aus Karlsruhe enthalten. Im Vergleichszeitraum 2024 seien es 56 Personen gewesen. Insgesamt bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie. Während der Pandemie waren die Zahlen durch den Infektionsschutz zurückgegangen.

Die Fallzahlen eines Jahres seien häufig von einzelnen, größeren Ausbrüchen geprägt, so das Ministerium. 2024 etwa seien zwei Drittel der Masernfälle aus einem Kreis gemeldet worden, in dem die Masern in einer Wohngemeinschaft mit vielen ungeimpften Kindern ausgebrochen seien. Im laufenden Jahr sei der Ausbruch in Karlsruhe für 40 Prozent der bislang gemeldeten Fälle verantwortlich.

Wie gefährlich sind Masern?

Masern sind hoch ansteckend. Das Virus wird durch Tröpfchen übertragen, etwa beim Sprechen oder Niesen. Diese Tröpfchen können mehrere Stunden in der Luft bleiben. Häufiges Symptom ist ein fleckiger Hautausschlag. Auch Beschwerden wie bei einer Grippe können auftreten, etwa Kopfschmerzen, Schnupfen, Fieber oder Husten.

Gefährlich ist das Virus auch deshalb, weil es das Immunsystem über längere Zeit schwächt und somit den Weg für andere Virus- oder Bakterieninfektionen ebnet. Bei einem von 1.000 Fällen kann es dadurch zu einer akuten Entzündung des Gehirns kommen. Diese kann bleibende Schäden verursachen oder zum Tod führen.

Illustration der Reichweite von ausgeatmeten Aerosolen zwischen zwei Menschen bei einer Krankheitsübertragung durch Tröpfcheninfektion.

Wie gut schützt eine Impfung vor Masern?

Eine Masern-Impfung schützt zum einen die geimpfte Person davor, sich selbst anzustecken. Zum anderen verhindert sie, dass das Virus weitergegeben wird. Die Impfung gilt als sicher und effektiv. Bei Kindern und Jugendlichen schützt bereits eine einmalige Impfung zu 92 Prozent gegen eine Infektion. Mit einer Zweitimpfung erhöht sich die Wirkung auf bis zu 99 Prozent. Der Schutz nach der Zweitimpfung gilt lebenslang, eine Auffrischimpfung ist also nicht notwendig.

Für wen wird die Masern-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Masern-Impfung für alle Kinder ab 11 Monaten. Auch Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, wird die Impfung empfohlen, sofern sie nicht bereits in der Kindheit geimpft wurden. Bei Personen, die vor 1970 geboren wurden, geht man davon aus, dass sie bereits eine Infektion durchgemacht haben und damit keine Impfung benötigen. Schwangere sollten nicht geimpft werden.

Für wen gilt die Masern-Impfpflicht?

Seit Anfang 2020 gilt in bestimmten Einrichtungen eine Impfpflicht. Damit sollen vor allem Schulen und Kindergärten geschützt werden. Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und alle anderen Personen, die in diesen Einrichtungen arbeiten und nach 1970 geboren sind, müssen mindestens zwei Masernschutzimpfungen oder eine ausreichende Immunität vorweisen. Bei Kindern zwischen einem und zwei Jahren genügt eine Impfung.

Wie hoch ist die Masern-Impfquote in BW?

Laut Gesundheitsministerium liegt die Impfquote bei der Einschulungsuntersuchung derzeit bei 96,5 Prozent. Die höchste Impfquote erreicht dabei der Stadtkreis Heilbronn mit einer Grundimmunisierung von 98,3 Prozent. Die Niedrigste Quote erreicht der Kreis Ravensburg mit 93,1 Prozent.

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Autor/in
Martin Heer
SWR Aktuell-Redakteur Martin Heer

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