Ende Oktober nach einem Masern-Ausbruch in einer Freikirche in Karlsruhe ist die Zahl der infizierten Personen auf 27 angestiegen. Einige der Betroffenen wohnen im Kreis Südwestpfalz, teilte das Landratsamt Karlsruhe auf Anfrage mit. Auch außerhalb der christlichen Gemeinde, in der die Krankheit ausbrach, sei eine Familie erkrankt. Diese lebe aber mit betroffenen Menschen in einer Hausgemeinschaft.
Stadt verhängt teils Betretungsverbot Zahl der Erkrankten gestiegen:: 19 Menschen erkrankt
Nach dem Masernausbruch in mehreren Familien des Christlichen Zentrums Karlsruhe hat die Stadt den Zugang zur Freikirche stark eingeschränkt. Der Ausbruch konnte bisher nicht gestoppt werden, heißt es.
Karlsruhe: Masern breiten sich weiter aus
Wie das Gesundheitsamt Karlsruhe auf SWR-Anfrage mitteilte, betreffen die Infektionen aktuell vor allem die Mitglieder der Freikirche "Christliches Zentrum Karlsruhe". Inzwischen sei auch ein erster Infektionsfall aufgetreten, der sich außerhalb der Community der Freikirche bewege, so Ulrich Wagner, Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz. Es handele sich um eine Familie, die keine Mitglieder des Christlichen Zentrums seien.
Gesundheitsamt spricht von "erwartbaren" Infektionen
Die große Zahl der Folgeinfektionen bezeichnete Ulrich Wagner aus Sicht des Gesundheitsamts als "erwartbar". Die meisten Ansteckungen hätten sich innerhalb der betroffenen Familien abgespielt. Bei Masern handele es sich um eine schwere und hochansteckende Krankheit, die sich rasant bei Menschen verbreite, die nicht immunisiert sind, so Wagner. Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen seien erfolgreich gewesen, ansonsten hätte es sein können, dass sich noch viel mehr Menschen angesteckt hätten.
Fragen und Antworten Masern-Ausbruch in BW: Wie schütze ich mich vor der Krankheit?
In einer christlichen Freikirche in Karlsruhe sind die Masern ausgebrochen. In BW kommt es immer wieder zu solchen Fällen - trotz wirksamer Schutzmöglichkeiten.
Die Betroffenen und Mitglieder des Christlichen Zentrums würden die angeordneten Quarantäne-Maßnahmen zur Weiterverbreitung unterstützen, so Wagner, es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Fälle von Infektionen auftreten.
Masern in Karlsruhe - Nur "geringe Gefahr" für Allgemeinheit
Für die Allgemeinbevölkerung sieht Ulrich Wagner aktuell nur eine "geringe Gefahr", weil in Deutschland inzwischen ein guter Impfschutz bestehe. Aktuell seien keine weiteren Gegenmaßnahmen notwendig, man beobachte die Situation aber weiterhin sehr genau, so Wagner.
Masernausbrüche sind in Deutschland mittlerweile sehr selten: Laut Statistik sind die Infektionszahlen von rund 6.036 (2021) auf 645 (2024) stark zurückgegangen. Weltweit steigen allerdings die Zahlen laut Weltgesundheitsorganisation WHO: Hauptgrund sei eine unzureichende Immunisierung.
Betretungsverbot für Christliches Zentrum Karlsruhe gilt weiter
Um die weitere Ausbreitung von Masern-Infektionen zu verhindern, hatte die Stadt Karlsruhe am 30. Oktober eine Allgemeinverfügung erlassen, die bis zum 20. November Gültigkeit hat. Diese untersagt Personen, die im Oktober eine Veranstaltung im Christlichen Zentrum besucht haben, die Räume des Zentrums zu betreten sowie deren Veranstaltungen zu besuchen. Ausgenommen sind Personen, die geimpft oder genesen sind.
Es ist von einem diffusen Geschehen (....) bei zahlreichen ungeimpften Kindern und Säuglingen auszugehen.
Karlsruhe: Infektionsgeschehen ist noch nicht gestoppt
Das Gesundheitsamt Karlsruhe wurde am 24. Oktober über eine Masernerkrankung informiert, die sich durch eine Laboruntersuchung bestätigte. Als Quelle des Masern-Ausbruchs wurde eine Familie mit mehreren erkrankten und ungeimpften Kindern ermittelt. Sie zeigten typische Masern-Symptome wie fleckig-rötlichen Ausschlag, hohes Fieber und Bindehautentzündungen.
Bisher konnte der Krankheitsausbruch nicht gestoppt werden. Wie die Stadt Karlsruhe in der Allgemeinverfügung weiter ausführt, "ist von einem diffusen Geschehen bei vulnerablen und empfänglichen Personen auszugehen - unter anderem zahlreiche ungeimpfte Kinder und Säugline".