Wegen der anhaltenden Hitze müssen die beiden grenznahen Schweizer Reaktoren des Atomkraftwerks Beznau (Kanton Aargau) morgen voraussichtlich ihre Produktion einstellen. Das hat der Betreiber Axpo mitgeteilt. Hintergrund sind Vorgaben zum Schutz von Fischen und anderen Organismen im Wasser.
Hitze im Fluss: Kühlwasser wird zum Problem
Beznau liegt auf einer Aareinsel an der deutsch-schweizerischen Grenze unweit des Rheins bei Waldshut. Die beiden Reaktoren werden mit Flusswasser aus der Aare gekühlt. Das erwärmte Wasser fließt in den Fluss zurück. Am Mittwoch hatte die Wassertemperatur der Aare unterhalb des Kraftwerks bereits die kritische Marke von 25 Grad erreicht.
Zum Schutz der Ökologie musste die Leistung der Reaktoren zu Wochenbeginn zunächst gedrosselt werden. Wenn die Temperaturen nicht sinken, werde man das Atomkraftwerk morgen ( 26.06.2026) vorübergehend abschalten, so die Betreiber.
Auch im vergangenen Jahr musste das AKW Beznau wegen anhaltender Hitze seinen Betrieb vorrübergehend einstellen.
Auch französische AKW drosseln wegen Hitzewelle
Nicht nur die Schweiz ist betroffen: Auch in Frankreich, dem Land mit den meisten Atomkraftwerken in Europa, wurde die Stromproduktion aus Atomenergie wegen der Hitzewelle deutlich zurückgefahren. Mehrere Reaktoren an Rhone und Garonne mussten ihre Leistung reduzieren, weil die Flüsse zu warm wurden und behördliche Grenzwerte für die Erwärmung beinahe erreicht waren.
Die Regelung für die Abschaltung bei Hitze im Detail
Für die Aare liegt die Maximaltemperatur laut Axpo für die Kühlwassernutzung bei 25 Grad Celsius. Das eingeleitete Kühlwasser selbst sollte maximal 32 Grad haben. Nähern sich Temperaturen diesem Wert, muss der Betreiber des AKW die Leistung reduzieren. Wenn die Wassertemperatur mehr als drei Tage dieses Niveau erreicht hat und keine Abkühlung abzusehen ist, muss das Kraftwerk ganz abgestellt werden. Ausnahmen gibt es, wenn die Versorgungssicherheit der Schweiz dadurch gefährdet wäre.