Seit Ende Mai sind Alexander und Laura Weiland aus Freiburg verheiratet. Doch das ist nicht alles: Zur Vermählung erhielten sie den Segen vom Papst. Hierfür durften sie zu einer Generalaudienz nach Rom reisen, um im Brautkleid und Anzug Papst Leo XIV. zu treffen.
Zur Vermählung vom Papst gesegnet werden - das geht schon seit den 1930er-Jahren. "Sposi novelli" heißt die Tradition, bei der Jungvermählte zur Audienz eingeladen werden. Für Alexander und Laura Weiland war es eine Krönung ihrer Liebe. Denn beide haben einen engen Bezug zur Kirche: Er ist Mesner im Freiburger Münster und sie ist für die Ministrantinnen und Ministranten zuständig.
Mit dem Brautkleid im Rucksack nach Rom
In ihrer kleinen Wohnung in Freiburg packen Alexander und Laura das Brautkleid aus der Schutzhülle. Das Kleid ist übersät mit Glitzer, das Bustier mit Spitze, dazu eine lange Schleppe. 2.000 Euro habe es gekostet, erzählt Laura Weiland. Dass sie es so kurz nach der kirchlichen Trauung im Mai noch mal brauchen würde, hätte sie nicht gedacht. Aber als sie erfuhren, dass frisch Vermählte innerhalb von drei Monaten nach der Hochzeit in Hochzeitskleidung zur Papstaudienz eingeladen werden können, zögerten sie nicht lange und schickten eine Bewerbung los.
Als die Zusage aus Rom kam, musste es schnell gehen, sie buchten einen Flug und ein Hotel direkt am Petersplatz - für nur eine Nacht. Das Hochzeitsoutfit musste natürlich mit. Eine Herausforderung:
Ich hatte nur einen kleinen Rucksack, und da musste ich das Kleid einrollen und reindrücken.
Stundenlanges Warten auf den großen Moment
Doch alles ging gut. Und um halb acht am nächsten Morgen hieß es dann: Anstehen für die Audienz, die erst zweieinhalb Stunden später anfing. Das Warten nahmen die beiden gerne in Kauf. Zusammen mit anderen Brautpaaren aus der ganzen Welt hofften die beiden auf einen direkten Kontakt mit Papst Leo XIV. Laura Weilands Augen leuchten, als sie sich an den großen Moment erinnert. Nach der eigentlichen Audienz sei der Papst von der Bühne heruntergekommen und habe jedem Brautpaar die Hand geschüttelt. Es seien etwa 60 Brautpaare in der Halle gewesen.
Man durfte seine Hand schütteln, das ist ja schon was Besonderes, und der Papst stand dann direkt vor mir.
Auch für Alexander Weiland war es ein besonderer Moment:
Er [der Papst] hat uns gefragt, wo wir herkommen. Wir haben erwähnt, dass wir aus Freiburg kommen, auch wo wir arbeiten, da war er sehr wohlwollend und er fragte uns auch noch, ob er uns segnen dürfte.
Teure Erinnerungen
Den Segen gab es gratis, doch die Bilder von der Begegnung sind teuer, denn die Rechte liegen beim Vatikan. Alexander und Laura überlegen noch, welche und wie viele Fotos sie möchten, denn sie kosten bis zu 150 Euro. Ganz schön happig, meint Alexander Weiland. "Die Bilder sind natürlich die Erinnerung. Und dass man dann ein solches Geschäft damit macht, finde ich doch ein bisschen unverschämt."
Im Münster in Freiburg hat es gefunkt
Kennengelernt hätten sich die beiden vor sieben Jahren im Münster in Freiburg, erzählt Laura Weiland, sie habe sofort gewusst, dass er der Richtige sei:
Ich fand ihn schon auf Anhieb sympathisch, sein Aussehen, seinen Charakter, seine Art. Mein Bauch hat sofort gesagt: Mit dem will ich zusammen sein.
Laura war 19, Alexander 24 Jahre alt als sie zusammenkamen. Nach anderthalb Jahren zogen sie zusammen, kurz vor dem ersten Lockdown. Die folgenden Corona-Jahre waren nicht einfach für das junge Paar, doch sie haben sie gemeinsam gemeistert. Der Zukunft sehen die beiden zuversichtlich entgegen, was kann ihnen schon passieren mit dem Segen von ganz oben.