Anlagebetrug: Die Ermittler des Polizeipräsidiums Offenburg sprechen hier inzwischen von einem "Phänomen". Immer mehr Menschen fielen im Internet auf hochkriminelle Betrüger herein und verlieren ihr Geld, heißt es von der Polizei. "Das beschäftigt uns in den vergangenen Jahren zunehmend", sagt Kriminalpolizist Philipp Kern. Der Anstieg sei stark - hier in der Region, aber auch landes- und bundesweit.
Alle Altersklassen von Online-Betrug betroffen
Allein in diesem Jahr haben die Offenburger Beamten mehrere Hundert Fälle mit einem Gesamtschaden von mehr als zehn Millionen Euro registriert. Den Menschen werden bei Facebook, Instagram oder TikTok hohe Renditen versprochen.
Bei manchen setze der Verstand dann aus und sie investierten ihr gesamtes Vermögen, so die Kripo Offenburg. Es gebe Opfer, die einige Hunderttausend Euro verloren haben. Betroffen sind alle Altersklassen - Menschen zwischen 20 und 80 Jahren.
Täter nutzen für Anlagebetrug auch KI
Die professionellen Täter agieren vor allem aus dem asiatischen Raum. Stimmen werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz generiert und in verschiedenen Sprachen ausgespielt.
Laut Polizei locken am Anfang die Täter ihre Opfer damit, dass sie kleinere Beträge investieren können, zum Beispiel 250 Euro. Relativ schnell gebe es dann eine Rendite und die Opfer wollten mehr. Gleichzeitig bauten die Täter immer mehr Druck auf, suchten immer intensiveren Kontakt.
Aus Scham werden Fälle manchmal nicht angezeigt
Die Beamten berichten von einem Mann aus Offenburg, der mehrere Zehntausend Euro auf ausländische Konten überwiesen hat. Und sie erzählen sogar von einem Fall, der mit einem Suizid endete, nachdem jemand sein gesamtes Vermögen verloren hatte.
Viele Fälle werden aus Scham gar nicht angezeigt, deshalb geht die Polizei von einer hohen Dunkelziffer aus. Das Polizeipräsidium Offenburg, zuständig für den Ortenaukreis, den Landkreis Rastatt und Baden-Baden, arbeitet in Sachen Anlagebetrug mit Landeskriminalamt, Bundeskriminalamt und ausländischen Behörden zusammen.