Die vier und fünf Jahre alten Brüder aus dem elsässischen Colmar dürfen nach Frankreich zurückgebracht werden. Ihre Mutter soll die Kinder vergangenen Dienstag in einem Waldstück südöstlich von Lissabon in Portugal ausgesetzt haben. Zwischenzeitlich lebten die Brüder bei einer französischsprachigen Pflegefamilie in Portugal. In Colmar sollen sie nun zunächst in die Obhut der Sozialdienste kommen.
Ausgesetzte Kinder: Zunächst Betreuung durch Sozialdienste
Die französischen Justizbehörden hätten entschieden, die beiden Kleinkinder vorerst den Sozialdiensten in Colmar anzuvertrauen. Das teilte das Familien- und Jugendgericht im portugiesischen Santiago do Cacém laut mehreren Medienberichten mit. Gleichzeitig werde geprüft, ob Angehörige oder andere geeignete Personen die Kinder betreuen könnten.
Leiblicher Vater der Kinder hofft auf Wiedersehen
Der leibliche Vater der beiden Jungen warte darauf, seine Kinder wiederzusehen. Jedoch wolle er zunächst die Entscheidung der Behörden abwarten. Das sagte der Vater dem lokalen Sender "Ici Alsace TV". Nach Angaben französischer Medien hatte er nach der Trennung von der Mutter allerdings nur ein eingeschränktes Besuchsrecht unter Aufsicht. Dagegen soll er derzeit juristisch vorgehen. Warum das Besuchsrecht eingeschränkt wurde, ist bislang nicht bekannt.
Mutter und Stiefvater sitzen in Untersuchungshaft
Die zwei Brüder waren vergangene Woche weinend an einer Landstraße rund 60 Kilometer von Lissabon entfernt gefunden worden. Ein Autofahrer wurde auf die beiden Kinder aufmerksam und verständigte die Polizei. Die Mutter und der Stiefvater sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Warum die beiden die Kinder mutmaßlich ausgesetzt haben sollen, ist weiterhin unklar.