Rund 600 Einsendungen hat es beim bundesweiten Wettbewerb "Kein Blatt vorm Mund" gegeben. Eine Jury hat sich alle Schülerzeitungen aus ganz Deutschland angeschaut. Gewinnen konnten nur ein paar Wenige in den verschiedenen Schulformen Grund-, Förder-, Realschulen und Gymnasien. Am Mittwoch war die Preisverleihung in Berlin.
Zwei Erstplatzierte sind aus Baden-Württemberg. In der Kategorie Realschulen hat die Schülerzeitung Ernschtle von der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe gewonnen. In der Kategorie Förderschulen hat der KReiSel von der Karl-Rolfus-Schule am St. Josefshaus in Rheinfelden und Lörrach den ersten Platz abgesahnt. "Das hat mich völlig glücklich gemacht. Ich finde es extrem cool", sagt der 15-jährige Sebastian Scibold. Er ist Teil der KReiSel-Redaktion. In Berlin durften sich die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch ihren Preis abholen.
Schülerzeitung KReiSel hat lange Tradition
Ein paar Tage vorher. Redaktionskonferenz an der Karl-Rolfus-Schule in Lörrach. Die Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit den Förderschwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung. "Nach längerer Pause haben wir mal wieder Sitzung", sagt Anne Giess. Sie ist Lehrerin an der Schule und betreut hier die KReiSel-Redaktion. Giess und vier Schüler der 9. Klasse sitzen an einem Tisch. In der Mitte liegt ein grünes Plakat, auf das sie ihre Redaktionsaufgaben schreiben, wie "Snacks" besorgen und "KReiSel verkaufen". Giess verteilt die Aufgaben. "Sebastian, würdest du den Internetartikel schreiben, wie wir den Film gedreht haben?"
Sebastian Scibold (15) schreibt gerne Artikel, am liebsten am Computer, wie er erzählt. Er übernehme in der Redaktion ganz unterschiedliche Aufgaben. "Manchmal in Gruppenarbeit, manchmal mit dem Stift was schreiben oder mit dem Computer", sagt Sebastian. Für die letzte Ausgabe, die 27., habe er Bilder gemacht und einen Artikel über die Bedeutung von Demokratie geschrieben. Es war die Sieger-Ausgabe, auf deren Auszeichnung die Redaktion hier mächtig stolz ist.
"Das ist ein ganz besonderes Erlebnis", sagt Anne Giess. Der 14-jährige Luis Moser wird das erste Mal in Berlin sein. "Ich bin schon richtig aufgeregt, vor allem drei Tage in Berlin", sagt er.
Mir gefällt die Zeitung, weil wir tolle Artikel geschrieben haben und so schöne Fotos da drin sind.
Einmal jährlich erscheint die rund 100-seitige inklusive Schülerzeitung KReiSel der Karl-Rolfus-Schule in Lörrach und Rheinfelden. Und das seit dem Schuljahr 1997/98. Eine Ausgabe kostet vier Euro. Im Prinzip arbeitet die ganze Schule an der Zeitung mit. Schülerinnen und Schüler schreiben Artikel und machen Fotos, die die Redaktion dann einsammelt.
Was macht Schülerzeitung KReiSel besonders?
"Wir versuchen immer zu schauen: Wer kann was besonders gut, wer hat wo seine Stärken? Dass jeder sich da einbringen kann. Das ist ja bei unseren Schülern ganz individuell", sagt Lehrerin Anne Giess. Die Schülerzeitung entstehe durch Individualität. Wenn man durchblättere, dann sehe man, dass jede Seite anders ist, sehr individuell gestaltet und "ich glaube, das macht es aus", sagt Giess. Der eine Schüler mache einen Rechtschreibfehler - den die Lehrerin übrigens nicht redigiert - und der andere male ein Bild dazu. "Und das ist völlig okay, weil es einfach auch jeden Schüler ausmacht."
Ich glaube, das Besondere an KReiSel ist die Vielfalt.
Abdulaziz Alkatieb aus der KReiSel-Redaktion male zum Beispiel sehr gut und habe eine einzigartige und wunderschöne Handschrift, sagt die Lehrerin. Also entwirft er zum Beispiel neue Layouts. "Luis ist sehr offen Menschen gegenüber, natürlich ideal dafür, dass er loszieht und die Interviews macht", so Giess.
Auszeichnung beste Schülerzeitung Deutschlands
Der Verband Jugendpresse Deutschland sucht jährlich gemeinsam mit den Ländern nach den besten Schülerzeitungen Deutschlands. Damit soll das Engagement der jungen Journalistinnen und Journalisten gewürdigt werden.