Temperaturen bis 37 Grad - was hilft?

Hitzebus, Grünoasen, UV-Ampeln: So bereitet sich die Region Freiburg auf die Hitzewelle vor

Die erste große Hitzewelle des Jahres bringt in Südbaden mehrere Tage mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Wo es Abkühlung gibt und welche Angebote jetzt helfen.

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Stand

Von Autor/in Vanessa Amann

Der Asphalt flimmert, die Bächle werden zur willkommenen Abkühlung und selbst nachts könnte es in manchen Orten tropisch werden, also kaum noch unter 20 Grad abkühlen: Auf Südbaden rollt die erste große Hitzewelle des Jahres zu. Für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst Temperaturen von deutlich über 30 Grad voraus, am Oberrhein sind örtlich sogar bis zu 37 Grad möglich.

Hitze in Freiburg: Diese Angebote helfen bei hohen Temperaturen

Wer der Hitze entkommen möchte, findet in Freiburg mittlerweile zahlreiche Angebote. Die Stadt verweist auf ihre "Kühle Karte" für heiße Tage. Darin sind schattige Plätze, Grünflächen, Trinkwasserbrunnen und kühle Innenräume aufgelistet.

Bei extremer Hitze fährt außerdem der Hitzebus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durch die Innenstadt. Er ist in der Regel ab einer Vorhersage von 34 Grad unterwegs, um obdachlose und bedürftige Menschen zu unterstützen. Ehrenamtliche verteilen dann Wasser, Sonnencreme, Mützen und neuerdings auch eine Übersichtskarte mit allen Trinkbrunnen in Freiburg.

Langfristig: Mehr Grün gegen die Hitze

Damit sich die Stadt künftig weniger stark aufheizt, setzt Freiburg auf zusätzliche Schattenplätze und mehr Begrünung. In Ebnet wurde vergangene Woche der Elisabeth-von-zur-Mühlen-Platz als neue Grünoase eröffnet. Rund 60.000 Euro hat die Stadt investiert, um den Platz mit Sitzgelegenheiten und Liegepodesten als schattigen Aufenthaltsort aufzuwerten. Auch mobile Pflanzmodule auf dem Platz der Alten Synagoge und am Holzmarkt sollen mehr Schatten spenden.

Mehrere Menschen stehen unter einem Baum an Tischen und Bänken.
In Freiburg-Ebnet wurde kürzlich eine neue Grünoase eingeweiht, die bei Hitze zum Verweilen einlädt. Stadt Freiburg/Patrick Seeger

Ausgerechnet dort, wo sich im Sommer besonders viele Menschen aufhalten, wird es in Freiburg oft am heißesten: in der Altstadt. Zwischen den engen Gassen, historischen Gebäuden und versiegelten Plätzen staut sich die Wärme. Weil zusätzliche Bäume in der denkmalgeschützten Innenstadt oft nur schwer Platz finden, versucht die Stadt mit Grünoasen, Pflanzmodulen und Trinkwasserbrunnen gegenzusteuern.

Die größten Herausforderungen aus stadtplanerischer Sicht sind die sogenannten Hotspots.

Besonders hitzebelastet sind nach Angaben der Stadt auch Wohngebiete aus den 1960er- bis 1990er-Jahren. Im Stadtteil Weingarten sollen deshalb rund um den Fritz-Schieler-Platz Flächen entsiegelt und zusätzliche Bäume gepflanzt werden, um die Temperaturen langfristig zu senken, so die Stadt.

An heißen Tagen kommt die Müllabfuhr früher

Die hohen Temperaturen haben auch Folgen für den Alltag. In Freiburg darf die Abfallwirtschaft an besonders heißen Tagen bereits ab 5 Uhr morgens mit der Müllabfuhr beginnen. Das soll Mitarbeitende und Müll vor der größten Mittagshitze schützen.

Andere Städte setzen auf Handfächer oder UV-Ampeln

Anderswo setzen Städte auf ungewöhnliche Ideen: Im Freibad Rottweil informiert eine neue UV-Ampel per Farbsignal über die aktuelle Belastung durch Sonnenstrahlung. Je nach UV-Wert erhalten Badegäste Hinweise zum Sonnenschutz.

Eine Ampel für den Sonnenschutz

In Lahr (Ortenaukreis) wurden zum bundesweiten Hitzeaktionstag Handfächer verteilt. Sie sollen nicht nur für etwas Abkühlung sorgen, sondern führen per QR-Code direkt zu Informationen und Verhaltenstipps für heiße Tage, erklärt die Stadtverwaltung.

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Auch Tiere brauchen Unterstützung bei Hitze

Nicht nur Menschen leiden unter den hohen Temperaturen. Der NABU empfiehlt, Vögeln, Igeln und Insekten Wasserstellen im Garten oder auf dem Balkon bereitzustellen. Schon eine flache Schale könne an heißen Tagen zur wichtigen Trink- und Badequelle werden.

Auch an Flüssen und Bächen zeigt sich die Trockenheit. Für den Freiburger Fluss Dreisam gilt aktuell ein Wasserentnahmeverbot. Denn der Pegel liegt im Freiburger Stadtteil Ebnet unter 42 Zentimetern. Ab dieser Marke darf kein Wasser aus der Dreisam entnommen werden. Der Vorsitzende des Angelsportvereins Freiburg, Franz Bühler, findet das wichtig. Um Fischen Rückzugsorte bei hohen Wassertemperaturen zu bieten, wurden dort in den vergangenen Jahren sogenannte Kältepools angelegt. Sie haben sich nach Angaben des Vereins bewährt.

Wie lange die Hitzewelle anhält, ist laut Deutschem Wetterdienst noch offen. Fest steht aber schon jetzt: Besonders im Breisgau zwischen Oberrhein und Schwarzwald könnten die Temperaturen in den kommenden Tagen zu den höchsten in ganz Deutschland zählen.

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Autor/in
Vanessa Amann
Vanessa Amann, Reporterin Studio Freiburg

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