Mehrere Hundert Menschen haben heute bei der Uniklinik gegen den geplanten Stellenabbau bei der Uniklinik Freiburg demonstriert. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen. Die Uniklinik hatte im Dezember den Abbau von 350 Stellen bekanntgegeben Die Klinik begründet den Schritt auch mit fehlendem Geld vom Land.
Über 56 Millionen Euro fehlen Stellenabbau und zu wenig Geld: Wie es an der Uniklinik Freiburg weitergeht
350 Stellen sollen am Uniklinikum Freiburg abgebaut werden. Ein Finanzloch bleibt trotzdem. Wie die Klinik das in den Griff bekommen will und warum Geld fehlt.
Mitarbeiter beklagen Überlastung
Nach einer Kundgebung zogen die Demonstranten vom Platz der alten Synagoge zur Uniklinik. Auf der Demo wurden Parolen wie "Einer guten Pflege steht Profit im Wege" oder "Nie wieder Burnout!" gerufen. Die Veranstalter zählten rund 400, die Polizei etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Auf der Demonstration waren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniklinik. "Wir machen uns Sorgen um unsere Jobs und wollen nicht, dass weitere Stellen abgebaut werden", sagte eine Teilnehmerin. Vielfach wurde auf der Demonstration beklagt, dass es schon ohne die Entlassungen schwer falle, den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. "Wir gehen jetzt schon an unsere Grenzen und darüber hinaus", sagte eine andere Frau.
Wir demonstrieren jetzt vor den Landtagswahlen, weil die Uniklinik nicht ausreichend durchs Land finanziert wird.
Ver.di fordert mehr Geld vom Land
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert, dass das Land die Uniklinik finanziell nicht ausreichend unterstützt. Gewerkschaftssekräterin Franziska Pfab erklärte, die Beschäftigten seien verunsichert, wütend und erschöpft. Es gebe jetzt schon zu wenig Personal. Die Gewerkschaft fordert, dass die Uniklinik ihre Entscheidung zurücknimmt.
Uniklinik will Kündigungen so fair wie möglich machen
Finanzdirektorin Franziska Broer sagte damals, mehr Personal habe die finanzielle Produktivität nicht im gleichen Maße gesteigert. Nach einer Analyse sollten deshalb dort Stellen abgebaut werden, wo es für die für die Klinik vertretbar sei. Die Uniklinik versuche, die Kündigungen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. In den letzten Jahren hatte das Lehrkrankenhaus 1.400 neue Stellen geschaffen.
Uniklink: Krankenhausreform nicht konsequent umgesetzt
Der Uniklinik Freiburg fehlen rund 56 Millionen Euro. Finanzdirektorin Broer glaubt, dass es mehrere Gründe dafür gibt: Das Land habe zu wenig in die Klinik investiert. Es sei oft nicht genug Geld für Neubauten oder neue Geräte da. Zweitens sei neues Personal zu schnell eingestellt worden. Drittens werde die Krankenhausreform nicht konsequent umgesetzt. Die Reform sieht vor, dass Krankenhäuser durch ein neues Finanzierungssystem wirtschaftlich entlastet werden.
Ver.di will Zeit vor Landtagswahl nutzen
Ver.di will gemeinsam mit den Beschäftigten den Zeitpunkt kurz vor den Landtagswahlen nutzen, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Nach der Demo ist schon das nächste Projekt geplant: Sie wollen die Landtagswahl-Kandidaten dazu auffordern, sich zum Stellenabbau zu positionieren.