350 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden

Hunderte demonstrieren gegen Stellenabbau an der Freiburger Uniklinik

Die Uniklinik Freiburg will Hunderte Stellen abbauen. Das hatte das Krankenhaus im Dezember bekannt gegeben. Vor den Landtagswahlen erhöht die Gewerkschaft ver.di den Druck.

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Von Autor/in Antonia Vangelista, Fritz Wirbitzky

Mehrere Hundert Menschen haben heute bei der Uniklinik gegen den geplanten Stellenabbau bei der Uniklinik Freiburg demonstriert. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen. Die Uniklinik hatte im Dezember den Abbau von 350 Stellen bekanntgegeben Die Klinik begründet den Schritt auch mit fehlendem Geld vom Land.

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Mitarbeiter beklagen Überlastung

Nach einer Kundgebung zogen die Demonstranten vom Platz der alten Synagoge zur Uniklinik. Auf der Demo wurden Parolen wie "Einer guten Pflege steht Profit im Wege" oder "Nie wieder Burnout!" gerufen. Die Veranstalter zählten rund 400, die Polizei etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Auf der Demonstration waren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniklinik. "Wir machen uns Sorgen um unsere Jobs und wollen nicht, dass weitere Stellen abgebaut werden", sagte eine Teilnehmerin. Vielfach wurde auf der Demonstration beklagt, dass es schon ohne die Entlassungen schwer falle, den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. "Wir gehen jetzt schon an unsere Grenzen und darüber hinaus", sagte eine andere Frau.

Wir demonstrieren jetzt vor den Landtagswahlen, weil die Uniklinik nicht ausreichend durchs Land finanziert wird.

Ver.di fordert mehr Geld vom Land

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert, dass das Land die Uniklinik finanziell nicht ausreichend unterstützt. Gewerkschaftssekräterin Franziska Pfab erklärte, die Beschäftigten seien verunsichert, wütend und erschöpft. Es gebe jetzt schon zu wenig Personal. Die Gewerkschaft fordert, dass die Uniklinik ihre Entscheidung zurücknimmt.

Eindrücke von der Demo gegen Stellenabbau an Uniklinik Freiburg
Viele auf der Demonstration sehen das Land in der Verantwortung.

Uniklinik will Kündigungen so fair wie möglich machen

Finanzdirektorin Franziska Broer sagte damals, mehr Personal habe die finanzielle Produktivität nicht im gleichen Maße gesteigert. Nach einer Analyse sollten deshalb dort Stellen abgebaut werden, wo es für die für die Klinik vertretbar sei. Die Uniklinik versuche, die Kündigungen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. In den letzten Jahren hatte das Lehrkrankenhaus 1.400 neue Stellen geschaffen.

Eindrücke von der Demo gegen Stellenabbau an Uniklinik Freiburg
Die Kundgebung am Platz der Alten Synagoge.

Uniklink: Krankenhausreform nicht konsequent umgesetzt

Der Uniklinik Freiburg fehlen rund 56 Millionen Euro. Finanzdirektorin Broer glaubt, dass es mehrere Gründe dafür gibt: Das Land habe zu wenig in die Klinik investiert. Es sei oft nicht genug Geld für Neubauten oder neue Geräte da. Zweitens sei neues Personal zu schnell eingestellt worden. Drittens werde die Krankenhausreform nicht konsequent umgesetzt. Die Reform sieht vor, dass Krankenhäuser durch ein neues Finanzierungssystem wirtschaftlich entlastet werden.

Ver.di will Zeit vor Landtagswahl nutzen

Ver.di will gemeinsam mit den Beschäftigten den Zeitpunkt kurz vor den Landtagswahlen nutzen, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Nach der Demo ist schon das nächste Projekt geplant: Sie wollen die Landtagswahl-Kandidaten dazu auffordern, sich zum Stellenabbau zu positionieren.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Antonia Vangelista
Bild von SWR-Reporterin Antonia Vangelista
Fritz Wirbitzky
Onlinefassung
Damian Correa Koufen
Damian Correa Koufen

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