Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Genf zeigen, dass schon ein Mittagsschlaf das Gehirn gezielt entlasten und die Lernfähigkeit verbessern kann. Dabei werden Verbindungen zwischen Nervenzellen so ausgerichtet, dass neue Information besser abgespeichert werden kann. Diese Effekte waren den Studienmachern zufolge bis jetzt nur nach Schlaf in der Nacht bekannt.
Tagsüber ist das Gehirn durchgängig aktiv. Dabei sammelt es immer wieder neue Eindrücke, Gedanken und Informationen, die verarbeitet werden. So verstärken sich die Verbindungen zwischen Nervenzellen, den Synapsen - eine wichtige Grundlage für Lernvorgänge.
Doch gleichzeitig führen sie zu einer Art Sättigung, sodass eine weitere Lernfähigkeit mit der Zeit abnimmt. Schlaf hilft dabei, diese übermäßige Aktivität wieder herab zu regulieren - ohne wichtige Informationen zu verlieren.
Nach Mittagsschlaf ist das Gehirn in lernbereitem Zustand
Dieser "snyaptische Reset" setzt bereits nach einem Mittagsschlaf ein. Dadurch wird das Gehirn gezielt entlastet und wieder in einen lernbereiten Zustand versetzt. Die Studie helfe dabei zu verstehen, wie wichtig auch kurze Schlafphasen für die geistige Erholung sind, so Kai Spiegelhalder, Leiter der Sektion für Psychiatrische Schlafforschung und Schlafmedizin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg.
Ein kurzer Schlaf zwischendurch kann helfen, wieder klarer zu denken und konzentriert weiterzuarbeiten.
In geistig oder körperlich anstrengenden Jobs wichtig
Besonders für Menschen in Berufen oder Tätigkeiten mit hohen geistigen oder körperlichen Anforderungen sei ein Mittagsschlaf relevant, schlussfolgern die Forschenden - etwa in der Musik, im Sport oder sicherheitskritischen Bereichen, wie es heißt. Der Schlaf könne gezielt helfen, die Konzentration unter hoher Belastung aufrechtzuerhalten, sagt Spiegelhalder.
Aber mit nur kurz mal die Augen schließen ist es wohl nicht getan: Der Mittagsschlaf der Versuchspersonen dauerte im Schnitt 45 Minuten.