Baden-Württemberg ist als eines der letzten Bundesländer in die Sommerferien gestartet. Für viele heißt das nun: Reisezeit. Oftmals mit dem Auto. Kofferraum vollpacken, Snacks für unterwegs einpacken, Musik und die Fahrt in den Urlaub kann losgehen. Doch ganz so leicht fallen dem Körper und auch dem Geist lange Autofahrten nicht. Denn sie strengen an. Dabei gibt es Tipps und Empfehlungen, wie lange Autofahrten erträglicher gestaltet werden können.
Warum lange Autofahrten den Körper belasten
Nach Stunden am Steuer meldet sich der Körper. Erst zwickt's im Rücken, dann zieht’s im Nacken, und irgendwann hilft nur noch: Pause. "Der Körper liebt Bewegung", sagt der Physiotherapeut Igor Samsonov aus Freiburg. Stundenlanges Sitzen in einer Position hingegen gar nicht. Gerade in stressigen Situationen ziehe man oft die Schultern nach oben. Das kann zu Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich führen, so Samsonov.
"Man verharrt sehr lange in einer Position. Vereinfacht gesagt, sackt das Blut in die Beine ab. Dadurch fühlen sie sich schwer an, weil wir keine Muskelaktivität haben."
Doch auch mental können lange Autofahrten fordernd sein, berichtet beispielsweise Selina Beck an der Raststätte in Bad Bellingen. "Man muss sich wirklich gut konzentrieren und jede Sekunde aufmerksam sein", sagt sie.
Was weitere Reisende an der Raststätte in Bad Bellingen (Kreis Lörrach) am Autofahren so anstrengend finden und was sie dagegen tun:
Bewegungspausen auf langen Fahrten: Mit einfachen Übungen fit bleiben
Oftmals brauche es gar nicht viel, sagt Igor Samsonov. "Schon ein kleiner Spaziergang auf der Raststätte hilft, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen." Hampelmänner können helfen, doch so viel Anstrengung brauche es gar nicht.
Kniebeugen aktivieren die großen Muskelgruppen. Beine, Gesäß und auch den Rumpf. Wichtig ist dabei die richtige Körperhaltung. Die Arme gerade nach vorne strecken, den Oberkörper nicht krümmen und als Hilfestellung kann eine Bank kurz angetippt werden. Wenn die Augen aber zu schwer werden und der Körper wirklich nach einer Pause ruft, dann helfe nur eins: Ein kurzes Schläfchen.
Powernap statt Koffein: Wenn der Körper wirklich Ruhe braucht
Das Mittel der Wahl, um Sekundenschlaf zu minimieren, ist anzuhalten und einen Powernap zu machen von 20 Minuten. Keine Übung der Welt ersetzt den Schlaf.
Damit wird die Weiterfahrt nicht nur für einen selbst sicherer, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Auch die richtige Sitzposition und regelmäßige Pausenzeiten erleichtern die lange Fahrt ans Ziel.
Sitzposition & Pausen: Zwei Schlüssel für sicheres Autofahren
Der ADAC Südbaden empfiehlt, alle zwei Stunden eine Pause zu machen. Neuere Assistenzsysteme in Autos informieren die fahrende Person ebenfalls, eine Pause einzulegen. Außerdem sei es wichtig, die Reise möglichst nicht gestresst anzutreten, so Andreas Müller vom ADAC Südbaden. Im Notfall muss schnell reagiert werden. Dafür ist auch die individuelle Sitzeinstellung im Auto wichtig.
Die Sitzposition ist sehr entscheidend, um richtig reagieren zu können. Der Fahrzeugführer sollte so nah am Lenkrad sitzen, dass er die Hände und Arme nicht durchgestreckt hat.
Ob Stau oder freie Fahrt - wer vorbereitet losfährt, kommt besser durch. Mit der richtigen Sitzposition, ausreichend Pausen und kleinen Bewegungen lässt sich der Stress auf langen Autofahrten deutlich reduzieren. So wird aus der Anreise kein Kraftakt, sondern ein guter Start in die Ferien.