Dehoga Baden-Württemberg

Zu viel Regen belastet Gastronomie

Das Gastgewerbe klagt über Umsatzeinbußen - auch in Baden-Württemberg. Durch das verregnete Wetter würden sich bisherige Verluste in diesem Sommer kaum noch aufholen lassen.

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Von Autor/in Michael Wegmer, Hanna Spanhel

Das Regenwetter macht sich im Gastgewerbe bemerkbar - auch in Baden-Württemberg. Die Auswirkungen seien offensichtlich, heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg auf Anfrage: weniger Gäste in der Außengastronomie. Auch Tagesausflüge oder kurzfristige Hotelbuchungen können vom Regenwetter betroffen sein. Umsatzeinbußen aus den ersten Monaten des Jahres ließen sich daher kaum noch aufholen, heißt es.

Das schlechte Wetter komme "erschwerend" zu einer "schwierigen Gesamtlage der Branche" hinzu, erklärt ein Sprecher des Dehoga Baden-Württemberg. Dabei sei das Wetter aber nicht das eigentliche Problem: Es sei deutlich eine Sparsamkeit bei den Menschen im Land zu spüren. Auch die Kostenentwicklung sei nach wie vor schwierig: Schon länger klagt die Branche über hohe Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel.

Umsatz im Gastgewerbe in Baden-Württemberg zurückgegangen

Im Zeitraum Januar bis Mai ging der Umsatz im Gastgewerbe in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben eines Sprechers inflationsbereinigt um 4,6 Prozent zurück, im Segment der Speisegastronomie sogar um sechs Prozent. Zahlen für die Hauptferienzeit im Juli und August liegen demnach noch nicht vor.

Schon im vergangenen Jahr 2024 hatte das Gastgewerbe im Südwesten bereits Einbußen von 4,4 Prozent bei den realen Umsätzen verzeichnet, in der Speisegastronomie waren es minus sieben Prozent gewesen.

Hoffnung auf Entspannung - und besseres Wetter

Bundesweit lag der reale Umsatz im Gastgewerbe in den ersten fünf Monaten des Jahres (Januar bis Mai) schon 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert, heißt es vom Dehoga-Bundesverband. Auch überregional ist demnach eine Zurückhaltung bei Gästen spürbar. Im Mai gab es trotz Feier- und Brückentagen den größten Umsatzeinbruch seit dreieinhalb Jahren.

Ob sich die Situation in den kommenden Monaten bundes- wie landesweit noch einmal entspannt, bleibt abzuwarten. "Rückmeldungen lassen nichts Gutes hoffen", sagt Daniel Ohl vom Dehoga Baden-Württemberg. Womöglich würde besseres Wetter im August die Lage zumindest etwas entspannen: "Gutes Sommerwetter wäre auf jeden Fall gut."

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Autor/in
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer
Hanna Spanhel
Redakteurin Hanna Spanhel