Die Frauenfußball-EM 2025 in der Schweiz hat das Publikum in ganz Europa in den Bann gezogen und Rekorde gebrochen. Mehr als 650.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen nach Angaben der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in die Stadien - so viele wie noch nie bei einer Frauen-Fußball-EM. 29 von 31 Partien waren ausverkauft. Bei den TV-Übertragungen lag die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer bereits vor dem Finale bei mehr als 400 Millionen. Und für das Endspiel England gegen Spanien wurde mit rund 45 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern weltweit gerechnet.
Dennoch rechnet die UEFA mit einem finanziellen Verlust. Grund dafür ist vor allem ein deutlich höheres Preisgeld, das auf 41 Millionen Euro aufgestockt wurde - mehr als doppelt so viel wie bei der EM vor drei Jahren in England. Die Frauenfußball-Direktorin der UEFA, Nadine Keßler, erklärte, dass die Erhöhung eine bewusste Maßnahme sei, um den Frauenfußball weiter zu fördern.
Eine halbe Million Gäste in Basel
Auch die Schweizer Gastgeber zogen eine rundum positive Bilanz. Aus Basel hieß es, man sei innerhalb des geplanten Budgets von 12,9 Millionen Franken (13,8 Millionen Euro) geblieben. Das Geld sei etwa für Sicherheit, kostenlosen öffentlichen Verkehr für Fans und Fanunterhaltung ausgegeben worden. Nach Basel gekommen sei rund eine halbe Million Gäste während der EM. Und man hoffe gerade angesichts weltweiter Medienberichterstattung auch auf einen längerfristigen touristischen Effekt.
Männerfußball soll von Frauenfußball lernen
Auffällig war auch der hohe Anteil weiblicher Zuschauerinnen im Stadion, was laut der Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt, Stephanie Eymann, einen positiven Effekt auf die Stimmung hatte. Sie sagt, es sei während der EM jederzeit friedlich geblieben. Und sie habe beispielsweise vor dem Finalspiel eine Engländerin und eine Spanierin gesehen, die sich umarmt hätten. Sie wünsche, dass es künftig keine Hochrisikospiele mit Gewalt mehr geben wird - und rät den Verantwortlichen im Fußballbereich mal zu überlegen, wie man generell mehr Frauen ins Stadion kriege.
Der Männerfußball kann viel vom Frauenfußball lernen - gerade was die Stimmung angeht.
In Basel hofft man wie bei der UEFA, dass der Boom im Frauenfußball anhalten wird. Um mehr Möglichkeiten zum Fußballspielen für Frauen und Mädchen zu schaffen, soll es mehr Kunstrasenflächen und Beleuchtung für Stadien geben, damit dort länger trainiert werden kann, erklärt der Vorsteher des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt, Mustafa Atici. Die UEFA plant, bis 2030 rund eine Milliarde Euro in den Frauenfußball zu investieren. Für viele war die EM in der Schweiz wichtig für die Zukunft des Frauenfußballs.