Gesichtet wurden Exemplare des Japankäfers bereits seit einiger Zeit, jetzt machen die Behörden ernst und erlassen Beschränkungen gegen den eingewanderten Schädling. Das teilte das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald mit. Freiburg ist als erste Großstadt von solchen Schutzmaßnahmen betroffen. Fußball-Bundesligist SC Freiburg hat jetzt eine Ausnahmegenehmigung beantragt.
Bundesligist Sport-Club Freiburg auch betroffen
Von der Verfügung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald ist auch der Fußball-Bundesligist SC Freiburg betroffen. Da das Stadion und die Trainingsflächen des Erstligisten in der ausgewiesenen Befallszone liegen, musste der SC reagieren. Der Verein hat beim Landratsamt einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung vom Bewässerungsverbot für Sportrasenflächen gestellt, die in der Allgemeinverfügung verankert ist. Die Trainingsplätze des Vereins sind bisher nicht befallen, heißt es in einer Stellungnahme des Sport-Club Freiburg. Man stehe seit einigen Tagen mit dem Landratsamt im Austausch, heißt es.
Befallszone rund um Fundort des Japankäfers in Freiburg definiert
In einer sogenannten Befallszone, nördlich der Freiburger Innenstadt, dürfen etwa Rasen- und Grünflächen in den Sommermonaten nicht bewässert werden. Dies gilt bis Ende September. Der Grund: Die Weibchen des Japankäfers legen ihre Eier bevorzugt in feuchten oder bewässerten Grasflächen ab. Aus den Eiern schlüpfen dann Larven, die Graswurzeln fressen und Schäden an Wiesen und Rasenflächen anrichten.
Neben der Befallszone rund um den Käferfundort Güterbahnhof gibt es wesentlich größere Pufferzonen, die große Teile der Stadt sowie einige Umlandgemeinden umfassen. Dort gelten weniger strikte Regeln. Aber auch dort dürfen Pflanzen und Erde nur herausgebracht werden, wenn sicher ist, dass keine Käfer mittransportiert werden. Mit den Vorgaben der Behörden soll die Ausbreitung des gefräßigen Schädlings jetzt eingedämmt werden. Die Beschränkung greift seit Freitag, den 1. August.
Käfer können 400 Pflanzenarten kahlfressen
Einzelne Exemplare des Japankäfers wurden in diesem Jahr schon mehrfach in Freiburg entdeckt. Er gilt in der EU als Schädling, der systematisch bekämpft werden muss. Die Insektenart fällt über Obstplantagen, Weinberge, Wälder, Grünanlagen und Gärten her und ist bei mehr als 400 Pflanzenarten in der Lage, alles kahlzufressen, wie das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe berichtete. Natürliche Feinde habe der Japankäfer in unseren Breiten keine. Die Sorge vor einer Ausbreitung der gebietsfremden Art in Deutschland ist daher entsprechend groß.
Japankäfer-Population auch in Basel und im Dreiländereck
Weil in der Schweiz nahe der deutschen Grenze Japankäfer entdeckt wurden, gibt es bereits Schutzbereiche im Landkreis Lörrach im Dreiländereck. Teile der Gemeinde Grenzach-Wyhlen liegen nach früheren Angaben in einer solchen Befallszone. Von Italien aus gelangte der Japankäfer 2017 in die Schweiz. Allein dort werden die potenziellen Schäden auf mehrere Hundert Millionen Franken (mehrere Hundert Millionen Euro) pro Jahr geschätzt. In Basel war Mitte vergangenen Jahres eine Japankäfer-Population entdeckt worden. In der Schweizer Gemeinde Kloten bei Zürich wurden im vergangenen Jahr Fußballplätze mit Plastikfolie abgedeckt, um die Käfer zu bekämpfen. In dieser Kommune wurden auch schon Insektizide eingesetzt.