"What do we want? Climate justice! When do we want it? Now!" - Rufe nach mehr Klimaschutz waren am Samstag wieder laut zu hören. Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future gingen auf die Straße. Dieses Mal nicht am Freitag, sondern mit einem großen Aktionstag am Samstag. Und das nicht nur lokal oder bundesweit, sondern weltweit. Das Motto: "Exit Gas, Enter Future". Die Bewegung forderte einen sofortigen Stopp neuer Erdgasprojekte. Demonstriert wurde unter anderem in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart.
Fridays for Future zog durch Freiburger Innenstadt
In Freiburg haben sich die Demonstrierenden um 13 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz versammelt. Auf dem Programm standen Redebeiträge, Musik und eine Pflanzenverschenk-Aktion. Gegen 14 Uhr setzte sich der Protestzug in Bewegung - durch die Innenstadt, vorbei am Hauptbahnhof, über den Platz der Alten Synagoge und die Blaue Brücke zurück zum Ausgangspunkt. Laut Polizei waren rund 2.000 Menschen zusammengekommen.
Proteste gegen geplantes Gaskraftwerk im Rheinhafen in Karlsruhe
Auch in Karlsruhe rief Fridays for Future zu Protesten auf. Am Nachmittag gab es eine Klimademo unter dem Motto "Vereint für Klima und Gerechtigkeit". Der Umzug durch die Innenstadt startete um 14 Uhr, rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erwartet worden.
Die AG Klimaworkshops des Karlsruher Klimabündnisses gab im Vorfeld bekannt, man werde in einem Redebeitrag nochmal die Ablehnung für das im Rheinhafen geplante Gaskraftwerk RDK 9 deutlich machen. In einem zuvor veröffentlichten Redemanuskript hieß es dazu: "RDK9 wäre ein Rückfall in die fossile Energieversorgung und sogar ein Hindernis auf dem Weg zur Klimaneutralität, denn: Es würde notwendige Investitionen in klimafreundliche Stromerzeugung blockieren."
Demo für autofreie Innenstadt in Konstanz
Von Nordbaden an den Bodensee: Auch in Konstanz machte die Bewegung Fridays for Future auf ihre Belange aufmerksam. Das Motto dort: "Autos raus aus der Innenstadt". Als Veranstaltungsort haben die Aktivistinnen und Aktivisten den Stephansplatz am Münster gewählt - einen Platz, der bislang als Parkplatz genutzt wird. Zwar ist eine Umgestaltung hin zu einem autofreien Platz schon länger beschlossen, doch befürchtet die Bewegung, dass die Umsetzung wegen knapper Kassen aufgeschoben oder gestrichen werden könnte.
Die Konstanzer Ortsgruppe betonte gegenüber dem SWR, dass der Klimaschutz in den vergangenen Monaten an Aufmerksamkeit verloren habe. Dem wolle man mit dem Aktionstag entgegenwirken und gezielt das Gespräch mit den Menschen in der Stadt suchen. Über den Tag verteilt rechnete Fridays for Future mit mehreren Hundert Besucherinnen und Besuchern.
Klima-Demo auf dem Rad in Stuttgart
Gemeinsam mit dem BUND rief Fridays for Future auch in der Landeshauptstadt zu Protesten auf. Auf dem Stuttgarter Marktplatz startete am Nachmittag um 16 Uhr eine Kundgebung gegen die "rückwärtsgewandte Energiepolitik der Bundesregierung". Die Aktion sollte bunt und laut werden - unter anderem mit einer Bildaktion, bei der eine symbolische Wippe zum Einsatz kam. Ab 17 Uhr startete außerdem eine Raddemo für mehr Klimaschutz.
Demo und Kundgebung in Freudenstadt und Tübingen
In Freudenstadt war eine Demo von Fridays for Future schon um 11 Uhr zwischen Stadtkirche und Barbenbrunnen gestartet. In Tübingen luden mehrere Infostände auf der Neckarinsel zum Austausch ein - ab 13 Uhr gab es dann die Kundgebung unter dem Motto "Exit Gas, Enter Future!". Neben Redebeiträgen gab es auch ein Theaterstück, das die weltweiten Gasbohrungen symbolisch nachstellte.
Das fordert Fridays for Future in BW
Mit Blick auf die baden-württembergischen Landtagswahlen im kommenden März fordert die Bewegung von den demokratischen Parteien, sich für einen verlässlichen Klimaschutz auf Landesebene einzusetzen. "Baden-Württemberg hat beste Voraussetzungen, beim Klimaschutz voranzugehen - mit seinem starken Forschungssektor und als exportstärkstes Bundesland", sagte Paula Kanzleiter von Fridays for Future in Karlsruhe. Das Land müsse konsequent handeln.
Im September stehen Entscheidungen zu den europäischen Klimazielen sowie zur Genehmigung der geplanten Gasbohrungen in der Nordsee an. Fridays for Future fordert einen Stopp neuer Erdgasprojekte wie vor Borkum in der Nordsee oder im bayerischen Reichling sowie einen bundesweiten Gasausstieg.