In Südbaden ist die Rebkrankheit "Goldgelbe Vergilbung" nachgewiesen worden. Deutschlandweit sind es wohl die ersten Fälle der Krankheit. Laut dem Staatlichen Weingut Freiburg sind einzelne Rebflächen in den Landkreisen Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und im Ortenaukreis betroffen. Die Krankheit wird durch die invasive Amerikanische Rebzikade übertragen.
Schnelle Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung befürchtet
Die Rebkrankheit wird von einem bakterienähnlichen Organismus ausgelöst und breitet sich vor allem dann schnell aus, wenn auch ihr Überträger vor Ort ist. Genau das trifft auf das betroffene Gebiet im Markgräflerland zu. Dort wurde die Amerikanische Rebzikade bereits im vergangenen Jahr gefunden. Sie gelte als Hauptüberträgerin der Goldgelben Vergilbung, so das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) .
So zeigt sich die Krankheit an der Rebe
Die ersten Anzeichen der Krankheit sind verfärbte Blätter, die sich einrollen. Die Triebe wachsen schlechter, die Beeren können eintrocknen oder einen bitteren Geschmack entwickeln. Für die Weinproduktion seien befallene Reben dann nicht mehr geeignet und oft stürben die Pflanzen vorzeitig ab, erklärt René Fuchs vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg.
In Ländern wie der Schweiz, Italien und Frankreich hat die Krankheit bereits größere Schäden verursacht. In Deutschland kam die Rebkrankheit bisher nach Angaben des Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen (Julius Kühn Institut) nicht vor.
Betroffene Rebflächen müssen gerodet werden
Von der EU wird die Goldgelbe Vergilbung als sogenannte Unionsquarantänekrankheit eingestuft. Tritt sie auf, gelten klare Regeln: Befallene Reben müssen gerodet und die Amerikanische Rebzikade gezielt mit Insektiziden bekämpft werden. In Bad Bellingen, Efringen-Kirchen und Schliengen hat das Landratsamts Lörrach bereits im Januar eine Verfügung erlassen, um die Amerikanische Rebzikade zu bekämpfen. Das Weinbauinstitut Freiburg überprüft die Gebiete regelmäßig.