Im Jahr 2018 kam Hündin Tessa aus einem griechischen Tierheim nach Sulzburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) in das Haus von Familie Engler-Wiest. Nach zwei Wochen floh das schreckhafte Tier in den Wald. Christiane Engler-Wiest kümmerte sich trotzdem aufopferungsvoll um Tessa, brachte ihr jeden Tag Futter in den Wald. Alle Versuche, die Hündin wieder einzufangen, scheiterten. Eher durch einen Zufall ist Tessa jetzt wieder in den Schoß der Familie zurückgekehrt.
Meistens kauert die Hündin in einer Ecke des Schlafzimmers
Im Schlafzimmer hinter dem Bett, direkt neben der Heizung: Dort kauert Hündin Tessa die meiste Zeit seitdem sie wieder zu Hause ist. Sie ist immer noch sehr ängstlich. Hier sei ihr Rückzugsort, sagt Christiane Engler-Wiest. Nur für Spaziergänge lasse sich Tessa überzeugen, ihren Schutzraum zu verlassen. Die Angst und das Misstrauen gegenüber Menschen seien schon immer in ihr gewesen.
Tessa floh wegen einer umfallenden Schubkarre
Engler-Wiest ist Tessas engste Vertraute. Dabei haben die beiden nur einen Bruchteil von Tessas Leben unter einem Dach gelebt. Zwei Wochen, nachdem die Hündin zur Familie gekommen war, erschrak sie so heftig über eine umgefallene Schubkarre, dass sie floh.
Hundehalterin brachte Tessa regelmäßig Futter
In all den Jahren im Wald ließ Wiest Tessa nie ganz allein. Jeden Tag fuhr sie in das Waldstück, manchmal mehrmals, um Tessa zu besuchen und zu füttern. Sie einzufangen oder auch nur berühren, sei unmöglich gewesen. Mit viel Geduld habe sie es über die Jahre geschafft, ein gewisses Vertrauen aufzubauen.
Manchmal hatte ich auch Glücksmomente, wenn wir aus dem Urlaub zurückkamen, und sie kam mir mit dem Schwanz wedelnd entgegen.
Alle Versuche, Tessa einzufangen, scheiterten
Immer wieder versuchte Engler-Wiest, die Hündin aus dem Wald zurück nach Hause zu holen. Doch egal ob kleiner Käfig oder ein acht mal acht Meter großes Gehege - Tessa lief in keine der Fallen hinein. Sogar Narkoseschützen heuerte die Familie an. Aber auch wenn mindestens zwei der Betäubungspfeile die Hündin getroffen haben müssen, gelang es nicht, sie wieder einzufangen.
Feuerwehr brachte die Hündin ins Tierheim
Auch ihr Ehemann Frank Wiest kümmerte sich um die Hündin, hatte aber zwischendurch immer wieder aufgegeben. Letztlich half der Zufall Familie: Auf einem ihrer Streifzüge war Tessa in ein ausgetrocknetes Rückhaltebecken gefallen. Die Feuerwehr rettete sie und brachte Tessa ins Tierheim. Dank einem Chip unter der Haut war schnell klar, wem sie gehörte.
Ein normaler Familienhund wird Tessa wahrscheinlich nicht mehr
Wenn Christiane Engler-Wiest davon erzählt, wie sie die Hündin abholte, ist sie noch immer tief bewegt. Sie habe zu ihr gesagt: "Tessa, wir müssen hier weg!". Am Anfang sei sie überfordert gewesen. Doch die Hündin abzugeben, kam für sie nicht in Frage. Mittlerweile ist Tessa ihr gegenüber wieder zutraulicher geworden. Ein normaler Familienhund wird sie wahrscheinlich nicht mehr werden. Aber die Familie hofft darauf, dass ihre Hündin eines Tages die Angst verliert - und bemerkt, dass sie in guten Händen nichts zu befürchten hat.