SC Freiburg auch betroffen

Japankäfer auf Fußballrasen: Freiburger Amateurverein mit Bekämpfung überfordert

Um die Ausbreitung des Japankäfers zu stoppen, müssen der SC Freiburg und der TSV Alemannia Zähringen handeln. Den Amateurverein stellt das vor große Herausforderungen.

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Von Autor/in David Zastrow

Die Freiburger Fußballvereine stehen im Kampf gegen den Japankäfer unter Druck. Um die Verbreitung des Schädlings zu stoppen, müssen der SC Freiburg und der TSV Alemannia Zähringen ihre Rasenflächen mit Fadenwürmern behandeln. Denn eine erteilte Ausnahmegenehmigung zur Bewässerung der Plätze in der Verbotszone ist an die Auflage geknüpft, die Fadenwürmer auszubringen. Während der SC Freiburg die Behandlung vorbereitet, steht der Amateurverein vor einer großen Herausforderung, die alleine nicht zu meistern ist.

Technische und finanzielle Hürden bei Japankäfer-Bekämpfung

Der TSV Alemannia Zähringen kann die Fadenwürmer nicht selbst ausbringen. "Wir sind technisch dazu gar nicht in der Lage", so Vorstand Simon Rittermann. Dem Verein fehlt die technische Ausstattung, um die sogenannten Nematoden auf dem Grün zu verteilen. Die Prozedur erfordert Spezialgerät mit genauen Vorgaben für Düsen, Mischung und Druck. Zudem fallen pro Platz Kosten von 1.000 bis 1.500 Euro an, was für einen "so ehrenamtlich geführten Verein große Summen" wären, meint Rittermann. Der Verein müsse schließlich "zwei große Rasenflächen behandeln".

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Warum das Timing beim Japankäfer entscheidend ist

Die Behandlung des Rasens muss im September stattfinden, weil das der beste Zeitpunkt ist, um die Käferlarven gezielt anzugreifen. Denn die Japankäfer legen jetzt im Sommer ihre Eier ab. Die Larven entwickeln sich dann ab Herbst im Boden und sollen zu diesem Zeitpunkt durch die Fadenwürmer vernichtet werden.

"So soll verhindert werden, dass im nächsten Juni eine neue, viel größere Generation von Japankäfern schlüpft und großen Schaden anrichtet", sagt Frauke Rinke vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe. Vor allem die Landwirtschaft und der Weinbau in der Region sehen sich stark bedroht.

Hoffnung auf Unterstützung vom SC Freiburg

Mit den Herausforderungen konfrontiert, wünscht sich der Verein Hilfe. "Wir hoffen auf Unterstützung vom SC Freiburg oder der Stadt", sagt Rittermann. Der Verein will in Kürze an beide herantreten, um nach Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu fragen. Eine Lösung ist auch deshalb wichtig, weil die ehrenamtlichen Rasenpfleger die Verantwortung für die Behandlung nicht alleine tragen können.

Hintergrund der Japankäfer-Bedrohung

Der Japankäfer soll über Lkw-Transporte aus Italien über die Grenze gekommen sein. Am Freiburger Güterbahnhof wurden bereits 23 Exemplare entdeckt. Bis zu einen Kilometer weit können die Käfer fliegen. Aus diesem Grund wurden sogar Lockfallen an Sportplätzen wieder abgebaut, um die Schädlinge nicht aus dem Kerngebiet zu locken und dadurch noch mehr im Stadtgebiet zu verbreiten, so Rinke.

Fußballrasen als Brutstätte für Japankäfer

Da die Weibchen der Japankäfer feuchten Boden für die Eiablage suchen, sind vor allem Sportrasenflächen besonders gefährdet. Aus diesem Grund wurde in der sogenannten Befallszone nördlich der Freiburger Innenstadt bis Ende September ein Bewässerungsverbot für Rasen- und Grünflächen erlassen.

Feuchter Sportrasen ist super attraktiv für Japankäfer-Weibchen.

Beim SC Freiburg seien aber nur Teile der Trainingsplätze in der Verbotszone für eine Bewässerung. Der Spielrasen im Europa-Park Stadion liegt jedoch außerhalb der Kernzone und ist vom Verbot nicht betroffen. Er gilt ohnehin als weniger attraktiv für die Japankäfer, da die hohen Mauern rund um das Stadion die Käfer abhalten würden und die Flächen drumherum noch anziehender wirken.

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