Menschen aus der Schweiz kaufen öfter im Ausland ein, etwa dem grenznahen Deutschland und Frankreich, als noch vor drei Jahren. Das zeigt eine neue Studie der Universität St. Gallen. Das beliebteste Einkaufsziel der Deutsch-Schweizer: Konstanz. Danach folgen Lörrach und Weil am Rhein. Dabei überschätzen laut Studie viele Einkaufstouristinnen und -touristen, wie viel Geld sie dadurch tatsächlich sparen.
Zehn Milliarden Euro durch Einkaufstourismus
Konstanz' Position als Spitzenreiter ist auch an einem ganz normalen Wochentag zu spüren. Zig Autos mit Schweizer Kennzeichen suchen in Konstanz nach einem Parkplatz. Der Einkaufstourismus der Schweizer ist laut der aktuellen Studie um rund zehn Prozent gestiegen auf rund zehn Milliarden Euro. Mehr als 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer kaufen mehrmals im Jahr im Ausland ein, wie die Studie zeigt. Und geben in Städten wie Konstanz durchschnittlich knapp 250 Euro pro Einkauf aus.
Nur noch 150 statt 300 Franken Schweiz senkt Steuerfreibetrag für Einkaufstouristen
Einkaufen in Deutschland ist für viele Schweizer wegen der niedrigen Preise attraktiv. Der Einkaufstourismus ist dem Schweizer Einzelhandel aber ein Dorn im Auge. Jetzt handelt die Regierung in Bern.
Schweizerinnen und Schweizer kaufen im Ausland vor allem Lebensmittel und Kleidung. "In erster Linie schon wegen den Preisen", sagt ein Schweizer. "In der Schweiz sind viele Produkte zu teuer", ergänzt eine Schweizerin. Der Hauptgrund bestehe darin, dass die Konsumstimmung in der Schweiz momentan sehr schlecht sei, sagt Thomas Rudolph vom Institut für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen. "Viele Menschen haben das Gefühl, sie müssen finanziell genau auf das Portemonnaie schauen."
Schweizer sparen gar nicht so viel
Dabei sind die Vorteile gar nicht so groß, wie vielleicht angenommen. Denn die neue Studie zeigt auch: Einkaufstouristinnen und -touristen überschätzen den Preisvorteil und das Sparpotenzial. Als Beispiel nennt Thomas Rudolph den Sportartikelbereich - da sei das ganz massiv zu erkennen. Die Überschätzung liegt in diesem Bereich bei 40 bis 50 Prozent. "Das heißt, man geht davon aus, die Preise sind 40 Prozent billiger als in der Schweiz. Tatsächlich sind es nur 15 Prozent", sagt Rudolph.
Über dieses Thema berichtete die Sendung “Dreiland Aktuell” am 27.9.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg.