Droge macht schnell abhängig

Kokain-Boom im Dreiländereck: Handel und Konsum nehmen rasant zu

Das weiße Pulver flutet die Grenzregion, die sichergestellten Kokain-Mengen erreichen Rekordwerte - und immer mehr Menschen rutschen in die Abhängigkeit. Die Behörden sind alarmiert.

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Von Autor/in Henning Winter, A.-L. Marie (France 3), D. Munz (SRF)

Immer Menschen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz konsumieren Kokain. Für einige ist es lebensgefährlich, für andere ein lukratives Geschäft. Polizei und Zoll finden das weiße Pulver immer häufiger.

Rekordmengen an Kokain sichergestellt

In Deutschland haben die Behörden in den vergangenen Jahren immer größere Mengen Kokain sichergestellt. In einem Fall im Jahr 2024 waren es, nach mehrjährigem Ermittlungsverfahren, mehr als 35 Tonnen Kokain. Diese stellten die Behörden sicher, nachdem ein mutmaßlicher Täter aus Süddeutschland von Mitgliedern einer anderen Drogengruppe mit dem Tod bedroht worden war.

Auch der französische regionale Polizeidirektor Jean Hayet bestätigt, dass die Droge seine Behörde viel beschäftigt. Der Handel habe sich angepasst und die Mengen hätten zugenommen. Allein in Straßburg wurden 2024 siebenmal so viel Kokain beschlagnahmt wurde im Vorjahr.

Im öffentlichen Raum gibt es viel mehr Kokain als früher. Dazu kommt, dass die Drogen mittlerweile direkt nach Hause geliefert werden.

Viele Menschen können sich Kokain leisten

Gleichzeitig gibt es im Dreiland immer mehr Menschen, die Kokain konsumieren. In Frankreich etwa ist die Zahl der Konsumenten innerhalb eines Jahres von von 600.000 auf über eine Million angewachsen.

Beim Drogenberatungszentrum Zürich, wo man schon seit langem mit Kokain zu tun hat, ist man über die Entwicklung nicht überrascht. Denn die Droge sei historisch günstig zu kriegen. Außerdem sei Kokain "eine sehr funktionale Droge, die sich gut in den Alltag integrieren lässt", so Leiter Dominique Schori.

Es gibt viele Menschen, die Kokain sehr unerkannt konsumieren.

Droge ist lebensgefährlich

Einer der Konsumente war der Schweizer Benedict Jung. Er habe die Droge als 22-Jähriger einfach mal probieren wollen, erinnert sich seine Mutter Marina Jung gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Sie selbst fiel aus allen Wolken, als ihr Sohn sich ihr anvertraute.

Nach dem ersten Ausprobieren wurde er schnell abhängig. Laut Boris Quednow, Professor an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, passiert das bei etwa einem Fünftel der Kokainkonsumenten.

Obwohl Bendedict Jung selbst zahlreiche Versuche startete, um die Sucht zu überwinden, starb er vier Jahre später. "Selbst Personen mit ursprünglich starkem Willen können den Konsum bei einer Abhängigkeit nicht mehr kontrollieren", erklärt Boris Quednow gegenüber dem SRF.

Frankreich geht verstärkt gegen den Drogenkonsum vor

Die Behörden in der Schweiz, Deutschland und Frankreich fahnden derweil weiter nach Kokain. Die französischen Behörden wollen nun auch gegen gelegentliche Konsumenten stärker vorgehen: Bei einem Drogenfund können Polizeibeamte eine sofortige Strafe von 200 Euro ausstellen.

Über den Kokain-Boom im Dreiändereck berichtete die Sendung "Dreiland Aktuell" am 17.5.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg. 

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