Die Fans waren richtig sauer. Und das ist nur allzu verständlich. Zwei Stunden vor Anpfiff - so war es angekündigt - hätten die Stadiontore öffnen sollen. Und viele waren am Donnerstagabend extra genau diese zwei Stunden vorher gekommen. Und dann? Ging nichts. Eine Stunde lang wurden die Menschen vor der Osttribüne in der nassen Kälte stehen gelassen - darunter auch ein 82-jähriger Mann, der extra aus Lörrach angereist war.
Der Grund: Die Beschäftigten des Sicherheitsdienstes mussten überprüft werden - so teilte es der SC Freiburg am Freitag auf seiner Homepage mit. Wie bitte? Hatten Verein und Polizei nicht im Vorfeld erklärt, der Abend sei monatelang vorbereitet worden? Diesen Eindruck hatten die Fans vor Ort wahrlich nicht.
Ticket für 65 Euro - und dann eine halbe Stunde zu spät im Stadion
Mal unabhängig davon, ob der gestrige Einsatz mit über 1.000 Polizistinnen und Polizisten verhältnismäßig war oder nicht – die Fußballfans zahlen viel Geld, um die Spiele des SC Freiburg verfolgen zu können. Tickets auf der Osttribüne bei dem Euro-League-Spiel SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv haben 65 Euro gekostet. Viele dieser Fans haben Teile des Spiels aber gar nicht mitbekommen, etliche waren erst ab Minute 30 im Stadion.
Nach Spiel gegen Maccabi Tel Aviv SC Freiburg verschenkt nach Panne beim Einlass Gutscheine an Fans
Rund 4.000 Fans des SC Freiburg haben am Donnerstag den Anpfiff des Europa-League-Spiels gegen Maccabi Tel Aviv verpasst. Nun will sich der Verein mit Gutscheinen entschuldigen.
SC Freiburg dankt den Fans für ihr Verhalten
Ebenfalls auf der Homepage dankt der SC Freiburg für die Geduld und das kooperative und ruhige Verhalten der Fans. Liebe Verantwortliche des SC Freiburg, das ist zu wenig! Ich finde, der Verein müsste diesen Zuschauerinnen und Zuschauern etwas zurückzahlen. Ob einen Teil des Eintritts, in Form eines Gutscheins für Essen und Getränke oder Fanartikel.
Schließlich ist das Achtelfinale in der Euro-League ja so gut wie erreicht, die Einnahmen sprudeln also weiter. Ticketinhaber zu entschädigen, klappt ja sogar bei der Deutschen Bahn, wenn Züge verspätet sind.