Vor der Europa-League-Partie des SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv geht es viel um Sicherheit und wenig um Fußball. Wie erleben das die Spieler aus Israel und Maccabi-Fans hierzulande? Können sie sich noch auf die sportliche Begegnung freuen?
"Es ist eine großartige Gelegenheit, gegen einen starken Gegner zu spielen", sagt Maccabi-Mittelfeldmann Ido Shahar. Auch wenn die Mannschaft aus Tel Aviv keine Chance mehr auf ein Weiterkommen in der Europa League habe, könne das Spiel gegen Freiburg zeigen, wo man stehe und wie man sich verbessern könne. Gefragt nach den enormen Sicherheitsvorkehrungen rund um das Spiel, klingt er deutlich weniger begeistert: "Es ist nervig und nicht normal, aber das ist die Realität und wir müssen es akzeptieren und uns auf Fußball fokussieren."
Ein Freiburger fiebert dem Spiel besonders entgegen
Bei den Anhängern des israelischen Rekordmeisters Maccabi hält sich die Euphorie in Grenzen: Gerade mal gut 100 Fans aus Israel werden die Mannschaft in Freiburg begleiten. Was auch an dem aus Maccabi-Sicht geringen sportlichen Wert des Spiels liegen dürfte.
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Wenn der SC Freiburg in der Europa League auf Maccabi Tel Aviv trifft, vermischen sich Sport und Politik. Fußball und Fankultur scheinen in den Hintergrund zu rücken.
Für Jonathan Ben-Shlomo ist es trotzallem eine "Begegnung der besonderen Art". Denn beim früheren Freiburger Stadtrat schlagen zwei Herzen der Brust. Zum einen ist er eingefleischter SC-Fan und hat seit 30 Jahren eine Dauerkarte. Gleichzeitig ist er aber auch Vizepräsident von Makkabi Deutschland. Für den Sportverein mit bundesweit 7.000 Mitgliedern war Ben-Shlomo früher auch als Schwimmer aktiv.
Es ist für mich etwas ganz Besonderes, dass jetzt diese beiden Clubs aufeinander treffen.
Restaurant "Jaffa" ist Treffpunkt der Maccabi-Fans
Auf so eine Begegnung wartet Ben-Shlomo seit langem. Seine Familie reist für das Spiel extra aus Israel an. Unterstützt werden die Maccabi-Fans auch von Bilal Aloge, dem Betreiber des israelischen Restaurants "Jaffa" in Freiburg. Sein Restaurant ist am Donnerstag offizieller Treffpunkt der Maccabi-Fans.
Jeder Fan bekommt ein Freibier und eine Israel-Fahne in die Hand gedrückt. 1.000 solcher Flaggen hat Aloge bestellt: "Einfach um zu zeigen, dass die Israelis, das jüdische Volk in Freiburg willkommen ist." Es sei auch ein Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus. Wegen seiner israelischen Gerichte hat Aloge, ein syrischer Kurde und gläubiger Muslim, selbst schon Anfeindungen erlebt. Auch deshalb will er die Israelis unterstützen. Mit seinem Foodtruck steht Aloge abends auch direkt am Stadion.
Sicherheitsmaßnahmen machen SC-Trainer Schuster "traurig"
Keine Frage, aufgrund der politischen Situation ist das Spiel auch eine Projektionsfläche für den Nahostkonflikt. So ist für Donnerstagnachmittag eine propalästinensische Kundgebung in Freiburg angemeldet. Eine Online-Petition sprach sich im Vorfeld sogar für einen Ausschluss der Maccabi-Fans vom Spiel aus. Der SC Freiburg hat sich davon distanziert. "Der SC Freiburg steht für eine gelebte Fankultur und das verbindende Element des Fußballs", hieß es in einer Stellungnahme.
Mit Blick auf die immensen Sicherheitsvorkehrungen gibt SC-Trainer Julian Schuster zu, dass es ihn "traurig macht, was alles notwendig ist, damit ein Spiel gegen Tel Aviv stattfinden kann". Zumal die israelische Stadt ja Freiburgs Partnerstadt ist. Der Sportclub appelliert an seine Fans, in jedem Fall "respektvoll und friedlich" miteinander umzugehen.