Beim Kreiskrankenhaus Emmendingen hat es eine schwere Datenpanne gegeben. Persönliche Angaben von 135.000 Patientinnen und Patienten sind versehentlich an eine unbekannte E-Mail-Adresse versendet worden. Grund dafür war ein Tippfehler in einer E-Mail-Adresse, teilt das Krankenhaus mit.
Demnach gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Missbrauch der Daten oder auf kriminelle Absichten. Zuerst hatte die Badische Zeitung über den Vorfall berichtet.
Sensible Daten von Patientinnen und Patienten in der Mail
In der E-Mail sollen Daten von Patientinnen und Patienten gestanden haben - etwa Vor- und Nachnamen, Anschrift und Geburtsdatum. Außerdem, wann die Patientinnen und Patienten zuletzt im Kreiskrankenhaus Emmendingen in Behandlung waren.
Bei rund 7.000 Patientinnen und Patienten sind offenbar auch sensible Daten verschickt worden. Zum Beispiel Hinweise auf Allergien und Medikamenten-Unverträglichkeiten und in rund 150 Fällen, dass der Patient oder die Patientin nicht krankenversichert sei, so Gela Sonnenschein, die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses Emmendingen, im Interview mit dem SWR.
Klinik will für Transparenz sorgen
Unabhängig vom Tippfehler, hätten die Informationen aber gar nicht per Mail verschickt werden dürfen, so Sonnenschein. Die Klinik versucht jetzt die Person ausfindig zu machen, die die Mail erhalten hat. Der Vorfall liegt schon knapp zwei Wochen zurück. Freitag vergangene Woche hat die Klinik damit begonnen, die betroffenen Patientinnen und Patienten zu informieren.
Das macht uns sehr betroffen. Dass Patientendaten verloren gehen, darf natürlich nicht passieren.
Das Kreiskrankenhaus Emmendingen stellt derzeit sein Informationssystem um: die elementare Software, mit der Krankenhäuser arbeiten, erklärt Sonnenschein. In diesem Zusammenhang sei es zu der Panne gekommen.
Panne war erst am Morgen danach aufgefallen
Ein großer Datensatz sollte bearbeitet werden und sei versehentlich an eine unbekannte Person verschickt worden, sagt Sonnenschein. Betroffen sind Daten von Patientinnen und Patienten ab dem Jahr 2002 - insgesamt rund 135.000 Datensätze.
Erst am Morgen nach der Panne sei dies aufgefallen: "Wir haben sofort alle Schritte eingeleitet, einen externen Datenschutzbeauftragten informiert und die Landesdatenschutzbehörde", so die stellvertretende Geschäftsführerin.