Kuriose Funde im Badesee

Granaten, Munition, leere Boote: Was das Niedrigwasser am Schluchsee alles freilegt

Im Schluchsee ist gerade wenig Wasser - und das bringt Überraschendes ans Licht. Was lange auf dem Grund schlummerte, taucht nun auf: darunter auch Waffen aus vergangenen Zeiten.

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Stand

Von Autor/in Vanessa Amann

Der Schluchsee (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) führt derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. Rund um seine Ufer sind breite Sand- und Schlammbänke sichtbar. Der Grund: Revisionsarbeiten an einem Schacht. Über ihn kann normalerweise Rheinwasser in den Stausee gepumpt werden, um den Pegel auszugleichen. Durch das Niedrigwasser werden nun Dinge sichtbar, die lange verborgen waren: Granaten und Munition.

Nach Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, jetzt Munition entdeckt

Schon am Osterwochenende im April machten Spaziergänger an der Staumauer eine überraschende Entdeckung: Ein verdächtiger Gegenstand im Schlamm entpuppte sich später als Sprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach der kontrollierten Sprengung der ersten Granate stießen die Einsatzkräfte kurz darauf auf eine zweite, die ebenfalls sicher entschärft wurde.

Am vergangenen Wochenende der nächste Fund: Munition und die Kartusche einer Leuchtsignalpistole. Auch diese konnten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gesichert und abtransportiert werden, so die Polizei.

Revisionsarbeiten statt Rheinwasser

Hinter dem niedrigen Wasserstand steckt vor allem eine technische Ursache: Der Pegel wurde vorsorglich gesenkt, weil am Rheintalstollen derzeit Revisionsarbeiten stattfinden. Über diesen wird normalerweise Wasser aus dem Hochrhein in den Schluchsee gepumpt.

Da der Zulauf aktuell unterbrochen ist, konnte der Wasserstand nicht ausgeglichen werden. Hätte es stark geregnet, hätte der See ohne den vorab gesenkten Pegel überlaufen können. Nur ausgiebiger Regen kann den Pegelstand wieder ausgleichen, so die Schluchseewerke.

Niedrigwasser schränkt privaten Segelsport ein

Für die Freizeitschifffahrt am Schluchsee hat das Niedrigwasser spürbare Folgen. Große Segelyachten können derzeit allerdings nicht zu Wasser gelassen werden, weil die Slipanlagen und Stege trocken liegen, erklärt Andreas Killer, Segellehrer des Hochschul-Segelclubs Freiburg.

Das Segelleben ist weggebrochen. Die Regatten, die Stimmung, die Sonntage dort - sind einfach weggebrochen.

Einige kleinere Jollen lassen sich mit viel Aufwand einsetzen. Für viele private Bootsbesitzerinnen und -besitzer bedeutet das: Zwangspause.

Seerundfahrten, Segelkurse und Bootsverleih laufen

Die Rund- und Linienfahrten auf der MS Schluchsee sind trotzdem möglich. Auch der Bootsverleih, die Segelsportschule und die Segelboot-Vermietung laufen weiter. Die gewerblichen Anbieter haben sich auf die veränderten Bedingungen einstellt und ihre Angebote entsprechend angepasst.

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