Die Zahlen sind nach wie vor beeindruckend: Rund 250 Millionen Liter Schaumwein wurden im Jahr 2025 in Deutschland abgesetzt. Sieht man genauer hin, wird jedoch klar, dass auch beim Schaumwein der Trend der gesamten Weinbranche spürbar wird. Denn obwohl nirgendwo sonst so viel Schaumwein getrunken wird, geht die Menge seit Jahren zurück.
Ein Fünftel weniger Schaumwein in zehn Jahren
Vor zehn Jahren haben deutsche Erwachsene im Schnitt 46 Gläser (à 0,1 Liter) Sekt pro Jahr getrunken, mittlerweile sind noch es 36 Gläser. Dafür landen immer häufiger alkoholfreie Varianten in den Gläsern der Menschen.
Sowohl beim alkoholfreien Sekt als auch beim Wein steigt die Nachfrage stetig, wie südbadische Winzer wie beispielsweise Andreas Bieselin aus Ettenheim (Ortenaukreis) seit Jahren feststellen können. Seit 2023 stieg die Nachfrage beim alkoholfreier Sekt um fast zehn Prozent, beim alkoholfreien Wein sogar um 56 Prozent, meldet das Deutsche Weininstitut (DWI).
Allein bis September 2025 wurde laut DWI schon mehr alkoholfreier Sekt verkauft als im gesamten Jahr 2024. Entalkoholisierter Schaumwein hat mittlerweile einen Marktanteil von etwa sieben Prozent. Absolute Zahlen für die einzelnen Regionen Baden-Württembergs gibt es zwar nicht, doch die Produzenten in Baden und Württemberg setzen bei ihren Angeboten immer stärker auf alkoholfreie Alternativen.
Zwei Zielgruppen im Fokus: Junge Erwachsene und Menschen ab 60
Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren trinken aktuell immer weniger Wein und Schaumwein. Der Badische Winzerkeller spricht davon, dass bis zu 75 Prozent dieser Altersgruppe wenig oder gar keinen Wein mehr trinken. Auch bei Menschen ab 60 Jahren nimmt die Beliebtheit von Weinprodukten weiter ab. In beiden Altersgruppen steigt jedoch die Beliebtheit von alkoholfreien Produkten.
Die Entalkoholisierung von Wein bleibt nach wie vor teuer und aufwendig, vor allem für kleine Betriebe. Diese bringen ihre Produkte daher oft zu anderen Winzern, die über die entsprechenden Anlagen zur Alkoholentfernung verfügen. Auf diesem Gebiet sind vor allem Betriebe aus Württemberg aktiv.