Nach Feuer bei Offenburg

Brände und Stromausfälle: Warum Storchennester gefährlich werden können

Störche bauen gerne hoch, doch auf Strommasten kann das gefährlich werden: Ihre Nester könnten Kurzschlüsse auslösen, was zu Bränden und Stromausfällen führen kann, warnen Netzbetreiber.

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Von Autor/in Christine Veenstra, Lisa Discher

In der Nähe von Offenburg-Bühl (Ortenaukreis) kam es am Sonntag nach Angaben der Feuerwehr zu einem Brand eines Storchennests auf einem Hochspannungsmast. Dabei sollen brennende Teile auf den Boden gefallen sein. Probleme mit Storchennestern auf Strommasten seien keine Seltenheit, bestätigt Bernd Maier vom Netzbetreiber Überlandwerk Mittelbaden.

Wenn ein Storch sein Nest auf einer Oberleitung baue, könne es bei den elektrischen Teilen der Leitung zum Kurzschluss kommen, erklärt Bernd Maier. Mögliche Folgen seien brennende Nester und Stromausfälle. "Das ist eine recht hohe Spannung, die auf den Leitungen liegt", so Bernd Maier. Konkret: 110.000 Volt. Zum Vergleich: Eine übliche Haushaltssteckdose hat etwa 230 Volt.

Netzbetreiber arbeiten mit Storchenbetreuern zusammen

Um Gefahren vorzubeugen, führe der Überlandwerk Mittelbaden regelmäßig Kontrollen an Oberleitungen durch. Dabei werde überwacht, ob Störche neue Nester gebaut hätten. "Dann wird immer im Einzelfall entschieden, wie hoch die Gefährdung für einen Kurzschluss oder Stromausfall ist", sagt Bernd Maier. Nach einer solchen Gefahreneinschätzung stimmten sich Zuständige des Überlandwerks mit dem Regierungspräsidium Freiburg als auch mit örtlichen Storchenbetreuern wie etwa dem Naturschutzbund (NABU) oder dem Verein Weissstorch ab.

Ein Storchennest auf einem Strommast
Meist ungefährlich - aber nicht immer: Ein Storchennest auf einem Strommast picture alliance / Antonio Calanni

Um zu verhindern, dass Störche auf Masten ihre Nester bauen, würden etwa kleine Dächer angebracht werden, die den Störchen das Nisten erschweren sollen. "Das machen wir aber zum Schutz der Störche", erklärt Bernd Maier.

Darum mögen Störche die Oberleitungen

Der Verein Weissstorch Breisgau e.V. unterstützt die Netzbetreiber dabei, das betroffene Nest zu verlegen. Der Vorsitzende Gustav Bickel erklärt, warum die Störche so gerne auf Oberleitungen nisten:

Die Leitungen sind sehr hoch, Störche haben beste Aussichten.

Das sei wichtig, da sie so besser jagen könnten. Zwar seien auch Kirchtürme und Häuserdächer sehr beliebt bei den Tieren, doch dort ist die Wahrscheinlichkeit von Marderangriffen höher. "Auf eine Oberleitung kommt der Marder schwer", so Bickel.

Wenn das Nest verlegt wird, sei es wichtig, dass sie einen Ort in unmittelbarer Nähe auswählen, erläutert Bickel. Damit die Störche das Nest auch wieder finden würden. Das funktioniere meistens, doch nicht immer.

"Störche sind ziemlich eigenwillige Tiere."

Generell seien nicht alle Oberleitungen für die nistenden Tiere ungeeignet. Sie seien etwa sicher, wenn Leitungen von Dorf zu Dorf oder von Haus zu Haus verliefen. Denn dann seien sie meist von einem Schlauch umgeben, der die tatsächliche Leitung schützt. Somit kommt es seltener zum Brand eines Nestes und somit Kurzschlüssen und Stromausfällen. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber nie", sagt Bickel.

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Christine Veenstra
Bild von SWR-Redakteurin Christine Veenstra
Lisa Discher
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