Wöchentlich sendet ein Freiburger Secondhand-Laden Hilfslieferungen an die Ukraine, während die Weltpolitik über den weiteren Verlauf des Krieges verhandeln. Von Resignation will man hier nichts wissen.
Inna Prokopchuk leitet die Ukrainehilfe des Secondhand-Ladens S'Einlädele in Freiburg. Der Krieg ist auch bei ihr ständig präsent. Trotzdem geht sie ihrem Alltag weiter nach - auch nach den Friedensverhandlungen am Montagabend in den USA. Sie unterstützt Betroffene des Krieges in der Ukraine. Dafür sammelt das Team von S'Einlädele nicht nur Spenden und Care-Pakete, sondern schafft auch einen Ort der Begegnung.
Auf das neueste Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und zahlreichen Staats- und Regierungschefs in den USA reagiert Inna Prokopchuk verhalten: "Ich freue mich, dass das Treffen besser gelaufen ist als letztes Mal, ich glaube nicht, dass die Vorstellung von Trumps Frieden und Freiheit mit denen von Europa und der Ukraine übereinstimmen."
Ukraine-Hilfe seit fast 30 Jahren
Das gemeinnützige S'Einlädele der Evangelischen Stadtmission in Freiburg ist eine Institution: Seit knapp 30 Jahren helfen sie von hier aus Menschen in der Ukraine - vor allem mit Sachspenden - seit Beginn des Angriffskrieges ist daraus ein Kraftakt geworden. Das ist nur möglich durch das unermüdliche Engagement des Teams des Ladens. Dabei sind viele Menschen vom Ukrainekrieg erschöpft und resignieren, wie eine Umfrage unter Passanten auf der Straße zeigt. Auch, weil es auf der Welt weitere bewaffnete Konflikte gibt.
Diese Ermüdung geht an Inna Prokopchuk nicht vorbei. Doch dann gibt es Situationen, die aufbauend wirken. Dazu gehören auch die Hilfsbereitschaft von Kundinnen und Kunden. "Die Menschen lassen hier nicht nach, sie unterstützen die Ukraine", sagt die 37-Jährige. "Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, weswegen ich Deutschland so liebe.”
Spenden kontrollieren als wichtige Aufgabe
Prokopchuk ist in der Ukraine geboren und in Deutschland aufgewachsen. Als Erwachsene arbeitete sie mehrere Jahre lang auch von der Ukraine aus für das Einlädele und half Menschen vor Ort. Als Leiterin der Ukrainehilfe gehört zu ihren Aufgaben, die Spenden zu kontrollieren - damit wirklich alles vor Ort ankommt.
Auch die ukrainische Mitarbeiterin Anntonia Yakimenko hilft, wo sie kann. Sie ist mit einem Russen verheiratet und lebt seit vier Jahren in Deutschland.
Für mich ist es wichtig, dass ich ein kleiner Teil von dem Großen bin und etwas tun kann, um der Ukraine zu helfen.
Aufgeben ist keine Option
Inna Prokopchuk liegt die Aufgabe sichtbar am Herzen. Der Gedanke, nicht allein zu sein, helfe ihr selbst und gleichzeitig auch den Menschen in der Ukraine.
Das gibt einem auch die Hoffnung, nicht aufzugeben.
Sie sieht, was Engagement bewirken kann. Und deswegen macht sie weiter, sagt Inna Prokopchuk. Unabhängig davon, was da passiert - auf der politischen Weltbühne. So gehen die Hilfe aus Freiburg weiter: Einmal pro Woche macht sich ein Lastwagen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Textilien auf den Weg in die Ukraine. Mit den Sachspenden, Einnahmen aus dem Laden und finanziellen Spenden werden Projekte, die sich an Kinder und Familien richten, unterstützt.