Prozess am Landgericht Rottweil

Mutter mit Fleischklopfer getötet: Sieben Jahre Haft für Sohn

Das Landgericht Rottweil hat einen 21-Jährigen wegen Totschlags an seiner Mutter verurteilt. Nach Einschätzung des Gerichts tötete er im Affekt.

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Stand

Von Autor/in Hardy Faißt

Rund neun Monate nach dem grausamen Fund einer toten Frau in einer Auto-Dachbox in Schramberg (Kreis Rottweil) wurde der Fall nun vor Gericht verhandelt. Der Angeklagte, der 21-jährige Sohn des Opfers, wurde wegen Totschlags zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor vom Mordvorwurf abgesehen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der 21-Jährige mehrmals mit einem Fleischklopfer auf seine 54-jährige Mutter eingeschlagen und sie getötet hatte.

Gericht entscheidet auf Totschlag: Tat passierte im Affekt

Angesichts des Alters und des Reifegrades des Angeklagten wandte das Landgericht Rottweil in diesem Fall Jugendstrafrecht an. Für Totschlag sieht das Jugendstrafrecht einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Mit einer Jugendstrafe von sieben Jahren erhielt der 21-Jährige damit eine Strafe im oberen Bereich des Möglichen. Richter Karlheinz Münzer sagte zu dem Angeklagten: "Das Leben wird nie mehr so sein, wie es war - daran wird auch dieser Prozess nichts ändern." Der 21-Jährige selbst zeigte sich einsichtig: "An dem ganzen Leiden hat nur einer Schuld und das bin ich."

Vor dem Urteil war zunächst unklar, ob das Gericht auf Mord oder Totschlag erkennen würde. Ein psychiatrischer Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass die Tat im Affekt begangen wurde. Dieser Einschätzung folgte das Gericht und sah keine Mordmerkmale erfüllt.

Angeklagter schlug auf Mutter ein

Nach Aussage des Angeklagten war der Tat ein Streit vorausgegangen. Er habe gerade den Abwasch gemacht, als es zu der Auseinandersetzung mit seiner Mutter kam - deswegen habe er den Fleischklopfer in der Hand gehabt. In seiner Aussage hatte er außerdem erklärt, mit den Schlägen erst aufgehört zu haben, als der Fleischklopfer zerbrach. Infolge der schweren Verletzungen war das Opfer schließlich verblutet, so das rechtsmedizinische Gutachten.

Schramberg

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Im Februar ist in Schramberg die Leiche einer 54-jährigen Frau in einer Auto-Dachbox in einem Keller gefunden worden. So schilderte der Angeklagte die Tat am Dienstag vor Gericht.

Abwärtsspirale nach Tod des Vaters

Seit dem Tod seines Vaters, der 2022 relativ überraschend an Krebs gestorben war, habe er sich in einer Abwärtsspirale befunden, so der Angeklagte. Danach habe er es einfach nicht mehr aus dem Bett geschafft. "Ich wollte mir psychologische Hilfe suchen", erklärte er dem Vorsitzenden Richter Karlheinz Münzer am ersten Prozesstag. Er habe mehrmals beim Psychologen angerufen: "18 Monate Wartezeit haben die gesagt, dann habe ich wieder aufgelegt."

Sohn zeigt vor Gericht Reue

"Ich wollte das alles nicht", bekräftigte er unter Tränen in einer ausformulierten Einlassung zu Prozessbeginn. Als sich die Polizei wegen einer eingegangenen Vermisstenmeldung bei ihm ankündigte, habe er die Leiche seiner Mutter in eine Auto-Dachbox gelegt. Dort fanden die Polizeibeamten sie schließlich und nahmen den Sohn fest.

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Jorina Stuber
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Hardy Faißt
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