An Badeseen in BW im Einsatz

Kann ein Roboter Menschen vor dem Ertrinken retten? Wie die DLRG das Hilfsmittel einschätzt

Immer wieder kommt es in Baden-Württemberg zu tödlichen Badeunfällen. Ein innovativer Wasserrettungs-Roboter kann zum Lebensretter im Ernstfall werden.

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Stand

Im vergangenen Jahr sind 48 Menschen in Baden-Württemberg ertrunken. In diesem Jahr könnte die Zahl noch höher ausfallen, schätzt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Um in Zukunft mehr Menschen retten zu können, werden deutschlandweit 13 Wasserrettungs-Roboter bei der DLRG eingesetzt. Einer davon am Gifiz-See in Offenburg (Ortenaukreis).

Der rochenähnliche Wasserrettungs-Roboter heißt Dolphin III

Wasser spritzt auf, Arme fuchteln - es geht oft nur um Sekunden, wenn ein Mensch im Wasser um sein Leben ringt. Schnelles Handeln ist dann gefragt. Schnell ist Dolphin III - so heißt der innovative Wasserrettungs-Roboter. Er bewegt sich mit bis zu 30 Kilometern pro Stunde und ist damit deutlich schneller als ein Rettungsschwimmer ohne Hilfsmittel. "Gerade an unbewachten Seen kann er dafür sorgen, dass relativ schnell Menschen gerettet werden können", sagt Timo Imhof, DLRG Landesverband Baden.

Für uns als DLRG kann der Roboter eine Unterstützung sein.

Dolphin III wiegt etwa 15 Kilogramm und sieht ein bisschen aus wie ein Rochen. Bedient wird der Roboter mit einer Fernsteuerung. So kann er zum Beispiel vom Ufer aus direkt zur hilfesuchenden Person gesteuert werden. Die Reichweite beträgt bis zu 1.000 Meter. Die Person im Wasser kann sich an Dolphin III festhalten und wird so von ihm zum rettenden Ufer gezogen. Der Roboter kann bis zu zwei Menschen im Wasser ziehen.

Die Zahl der Badetoten in Baden-Württemberg ist in den letzten Jahren gestiegen:

Roboter soll einfach zu bedienen sein

Etwa 7.000 Euro kostet so ein Wasserrettungs-Roboter und ist damit deutlich günstiger als ein teures Rettungsboot, ein klarer Vorteil für die spendenfinanzierte DLRG. Außerdem brauche es keinen Führerschein, um den Roboter steuern zu können, erklärt Olivier Wiesner. "Das heißt, es braucht keinen, der irgendwie einen Lehrgang macht", sagt er.

Olivier Wiesner ist Ideengeber von Dolphin III. Der 25-Jährige arbeitet selbst im Rettungsdienst. Er hat schon viele Menschen gesehen, die ertrunken sind. Wiesner findet: Jeder sollte schnell und unkompliziert im Wasser helfen können. "Jeder kann den Roboter bedienen, von den Kindern in der DLRG bis zu jemandem, der keinerlei Vorerfahrung hat", sagt er.

Ein Mensch sei schon mit Dolphin III gerettet worden, sagt Olivier Wiesner. Der Roboter wird stetig weiterentwickelt – eines Tages soll er hilfesuchende Personen im Wasser sogar selbst erkennen und direkt ansprechen können.

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