125 Menschen verloren ihr Leben

Vor 70 Jahren: Lawinenunglück in Vorarlberg - Zeitzeugen berichten

In diesen Tagen jährt sich zum 70. Mal das Lawinenunglück im Großen Walsertal in Vorarlberg. Es gilt bis heute als eine der größten Naturkatastrophen in Vorarlberg.

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Stand

Das Lawinenunglück von 1954 gilt bis heute als eine der schwersten Naturkatastrophen in Vorarlberg. Mehr als hundert Menschen verloren dabei ihr Leben. Besonders betroffen war das kleine Dorf Blons.

Zwei schwere Lawinen im Dorf Blons

Im Januar vor 70 Jahren versank Vorarlberg innerhalb von wenigen Tagen im Schnee. Innerhalb von 24 Stunden fielen bis zu zwei Meter Neuschnee. Das kleine Dorf Blons im Großen Walsertal wurde am 11. Januar 1954 von zwei Lawinen überrollt. Jeder sechste Einwohner starb bei dem Unglück, insgesamt 57 Menschen. In ganz Vorarlberg waren 280 Erwachsene und Kinder innerhalb von drei Tagen von immer neuen Lawinen verschüttet worden, 125 Menschen kamen ums Leben.

Schwarz-weiß-Bilder vom Lawinenunglück in Montafon in Vorarlberg 1954, bei dem 125 Menschen starben
Kinder trauern um ihre verschütteten Angehörigen und Nachbarn nach dem Lawinenunglück 1954. Montafoner Museen

Zeitzeugenberichte vermitteln ein erschütterndes Dokument jenes Tages, der eine Zäsur im Leben der betroffenen Montafoner Familien bedeutete - eine Zäsur in ein Leben vor und nach der großen Lawine.

Erinnerungsabende zum Gedenken

Das Museum Frühmesshaus in Bartholomäberg erinnert am Mittwochabend mit Zeitzeugen an diese Katastrophe. Dabei soll das Geschehen anhand der Erinnerung einer vom Unglück schwer getroffenen Person dargestellt werden. Einen weiteren Erinnerungsabend gibt es am Donnerstag im Montafoner Heimatmuseum in Schruns.

Beide Ställe waren dem Erdboden gleichgemacht. Meine Mutter stand am Fenster und rief sofort: Mein Gott, wo sind die anderen?

Kinofilm "Der Atem des Himmels"

Im August 2010 sind etwa 14.000 Menschen auf die Bregenzer Seebühne geströmt. Sie kamen nicht zu den Festspielen, sondern zur Weltpremiere eines neuen Kinofilms: "Der Atem des Himmels" heißt der gut zweistündige Streifen. Dass er damals in Bregenz vor dem offiziellen Kinostart zu sehen war, lag daran, dass er in Vorarlberg gedreht wurde. Viele Vorarlberger hatten mitgeholfen, denn er spielte in Vorarlberg und handelte von der Lawinenkatastrophe.

Lawinenunglück am Säntis vor fünf Jahren

Auch am Säntis in der Schweiz gab es ein Lawinenunglück, das als Jahrhundertereignis in die Geschichtsbücher eingeht: Am 10. Januar 2019 ging eine große Lawine vom Säntis auf die Schwägalp ab und traf ein Hotel. Der Schnee drang bis in den ersten Stock ein. Drei Menschen wurden verletzt, mehrere Autos auf dem Parkplatz verschüttet. Die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Tage, der Schaden betrug über eine Million Franken. Die Säntis-Schwebebahn war wegen Reparaturarbeiten an einer beschädigten Stütze wochenlang außer Betrieb.