Erste Premiere der diesjährigen Bregenzer Festspiele ist am Mittwochabend eine selten gespielte Oper über König Ödipus gewesen. Das Werk des aus dem heutigen Rumänien stammenden Komponisten George Enescu, "Oedipe", war 1936 uraufgeführt worden und erhielt im Bregenzer Festspielhaus langen Applaus.
George Enescu, als musikalisches Wunderkind 1881 in einem Dorf der Region Moldau geboren, das heute seinen Namen trägt, erzählt in seiner einzigen Oper Ödipus' Leben in vier Stationen, vier Akten. Im Bregenzer Festspielhaus bringt das der renommierte Theatermacher Andreas Kriegenburg in überbordender Bildgewalt auf die Bühne. Zugleich verzichtet er darauf, das 2.500 Jahre alte Drama "zu uns hin zu trivialisieren", wie Kriegenburg es nennt. Jeder Akt ist in eine andere Farbe getaucht, Bühnenbild und Kostüme: feuerrot-orange, nebel-blau-grau oder schwarz wie Asche. Die antiken Paläste sind acht Meter hohe schlichte Wände aus farbgetränktem rauem Holz.
Auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele erneut "Der Freischütz"
Im Mittelpunkt der 79. Bregenzer Festspiele steht aber noch einmal Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" auf der Seebühne im Bodensee.
Premiere erhält auch im zweiten Jahr viel Applaus Teuflisch und farbenfroh: Bregenzer Festspiele zeigen erneut "Der Freischütz"
Langes Abendrot und langer Applaus - die Oper "Der Freischütz" hat am Donnerstag auf der Seebühne im Bodensee erneut Premiere gefeiert. Sie ist bis Mitte August zu sehen.
Im vergangenen Jahr waren alle Aufführungen auf der Seebühne ausverkauft. Insgesamt stehen bei den Festspielen fast 80 Konzerte, Opernabende und Zeitgenössisches auf dem Programm, darunter zwei Uraufführungen.
Österreichischer Bundespräsident eröffnet die Bregenzer Festspiele mit Appell
Auch in diesem Jahr hatte der österreichische Bundespräsident die Bregenzer Festspiele feierlich eröffnet. Vor 1.500 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur forderte Alexander van der Bellen (Grüne) ein starkes, selbstbewusstes Europa. Während weltweit das Recht des Stärkeren auf dem Vormarsch scheine, brauche es gemeinsame europäische Projekte, beispielsweise für Hochgeschwindigkeitszüge, Rüstung und Künstliche Intelligenz. Es sei an der Zeit, stolz zu sein auf das, was in Europa erreicht worden sei.
Ist es nicht an der Zeit, unsere eigenen Stärken anzuerkennen und zu sehen, dass wir ein mächtiger Wirtschaftsraum sind? Und als solcher Verhandlungsmacht haben und diese auch ausspielen können?
Minister schweigt zu Kürzungen für Bregenzer Festspiele
Der österreichische Kulturminister Andreas Babler hatte es zuvor in seiner Rede abgelehnt, auf die vor Kurzem angekündigten Subventionskürzungen von Bund, Land und Stadt für die Bregenzer Festspiele einzugehen. Ab sofort fließen statt der bisherigen knapp sieben Millionen Euro in diesem und dem nächsten Jahr 30 Prozent weniger. Für das Festival bedeutet das ein Minus von knapp 2,1 Millionen Euro pro Jahr