Wetterglück für knapp 7.000 Premierengäste - am Donnerstagabend gab es ein langes Abendrot und Gewitterdonner während der Oper nur aus den Lautsprechern. "Wahnsinnig toll", "gigantisch!", "die bestialischen Farben passen zum Stück", "die Aussicht auf den See, das war einfach wunderschön" und "faszinierende Kulissen mit See und Bergen", hieß es anschließend.
Bei den 79. Bregenzer Festspielen steht in diesem Jahr noch einmal Carl Maria von Webers Opernklassiker "Der Freischütz" im Mittelpunkt. Ein Teufel, der in flapsigen Reimen spricht und die Zeit zurückdreht, ein Bühnenbild, das mitten im Hochsommer am Bodensee eine eisige Winterlandschaft zeigt - das farbenfrohe Spektakel ist insgesamt 27 Mal auf der Seebühne zu sehen. Im vergangenen Jahr waren alle Aufführungen ausverkauft, laut den Festspielen kamen 200.000 Besucherinnen und Besucher. In diesem Jahr sind bereits 85 Prozent der Karten gebucht.
Unterwegs mit Mitwirkenden bei "Der Freischütz" Bregenzer Festspiele: So geht es unter der Seebühne zu
Wer die Oper "Der Freischütz" auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele verfolgt, ahnt nicht, wie es bei Sängern, Chor und Stuntleuten unter der Bühne zugeht. Regieassistentin Sophie Louise Busch zeigt es.
Das Bühnenbild zeigt ein verfallenes Dorf zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs im Winter. Erstmals ist auf der Seebühne im Bodensee auch ein großes Wasserbecken mit rund 500.000 Litern Wasser eingebaut. In ihm spielt ein Großteil der Oper. Entworfen hatte die Szenerie der Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl, er führt beim "Freischütz" auch Regie.
Und so sieht es hinter dem Bühnenbild zu "Der Freischütz" auf der Seebühne aus:
Auf der Seebühne werden Inszenierungen immer zwei Jahre in Folge gezeigt. Der Grund: Das Bühnenbild entsteht in monatelanger Arbeit und kostet mehr als acht Millionen Euro. Und auch die nächsten Höhepunkte stehen schon fest: 2026/27 steht Giuseppe Verdis "La Traviata" auf dem Programm, 2028/29 Richard Wagners "Der Fliegende Holländer".
Bregenzer Festspiele starteten am Mittwoch mit "Oedipe" von George Enescu
Den Auftakt der diesjährigen Festspiele machte am Mittwochabend die Premiere der Oper "Oedipe" des im heutigen Rumänien geborenen Komponisten George Enescu. Die 1936 uraufgeführte Oper gilt als Meisterwerk Enescus. Sie erhielt am Premierenabend langen Applaus und wird weitere zwei Mal im Bregenzer Festspielhaus zu sehen sein.
Nach feierlicher Eröffnung am Vormittag Bregenzer Festspiele zeigen zum Start die Oper "Oedipe"
Langen Applaus hat es am Mittwochabend für die erste Premiere der 79. Bregenzer Festspiele gegeben. Sie waren am Vormittag feierlich eröffnet worden. Auf der Seebühne wird noch einmal "Der Freischütz" gezeigt.
Insgesamt rechnen die Bregenzer Festspiele in den kommenden fünf Wochen mit bis zu 220.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Bis zum 17. August gibt es fast 80 Veranstaltungen auf dem Festspielgelände und in der Stadt Bregenz, darunter zwei Uraufführungen.
Es ist das erste Jahr der neuen Intendantin Lilli Paasikivi aus Finnland. Sie hatte vor dem Start der Festspiele bekanntgeben müssen, dass der Bund Österreich, das Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz den Festspielen ab sofort 30 Prozent weniger Geld geben. Das bedeutet bei einem Jahresbudget von 27 Millionen Euro ein Minus von gut zwei Millionen Euro.
So sahen andere ungewöhnliche Bühnenbilder der vergangenen Jahre aus: