Prozess nach Politischem Aschermittwoch in Biberach

Bewährungsstrafe für Zollstockwurf auf Özdemirs Dienstauto

Im ersten Prozess zu den Ausschreitungen am Politischen Aschermittwoch 2024 in Biberach an der Riß ist der Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Es ging um einen Zollstockwurf.

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Stand

Von Autor/in Thomas Wagner

Das Amtsgericht Biberach an der Riß hat einen 44-Jährigen aus dem Kreis Sigmaringen zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwältin hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung gefordert.

Die Beweisaufnahme habe zweifelsfrei ergeben, dass der Angeklagte von einer Anhöhe aus einen Zollstock auf das Dienstauto von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) geschleudert habe, wobei eine Heckscheibe zu Bruch gegangen sei. Damit seien unter anderem die Straftatbestände des schweren Landfriedensbruchs und der versuchten schweren Körperverletzung erfüllt.

Verteidigung plädierte auf Freispruch

Ein Polizist hatte nach eigenen Angaben den Beschuldigten gesehen, wie er zu einer Wurfbewegung ausholte. Doch genau diese Zeugenaussage zog der Anwalt des Angeklagten in Zweifel. Der Polizist habe den Beschuldigten völlig falsch beschrieben. Der Zollstockwurf könne nicht dem Angeklagten zugeschrieben werden. Deswegen forderte der Verteidiger einen Freispruch. Der Angeklagte selbst verfolgte den Prozess schweigend und machte keinerlei Angaben.

Zerstörte Scheibe eines Regierungsautos
Die Scheibe eines Regierungswagen wurde beim Politischen Aschermittwoch in Biberach zerstört. picture alliance/David Nau

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Autor/in
Thomas Wagner
SWR-Redakteur Thomas Wagner Autor Bild