Bachforellen haben eine Möglichkeit gefunden, sich selbst zu therapieren. Sie suchen gezielt kühleres Wasser auf, um sogenannte PKD Parasiten loszuwerden. Das haben Wissenschaftler der Fischereiforschungsstelle Langenargen (Bodenseekreis) nun nach ersten Untersuchungen im Labor auch erstmals draußen in der Natur in Gewässern in Baden-Württemberg beobachtet. Ihre Ergebnisse haben sie in einer Studie veröffentlicht.
Das Ergebnis der Studie unterstreicht den Wissenschaftlern zufolge: Bäche und Flüsse müssen so gestaltet sein, dass Fische kühle Flussabschnitte aufsuchen können und damit Hitzeperioden überstehen. Das verhindern allerdings Barrieren wie Wasserkraftanlagen oder Schleusen. Was den Fischen hilft: mehr Durchlässigkeit und mehr Schatten durch Pflanzen im Uferbereich.
Es sei wichtig, die Flüsse so natürlich wie möglich zu belassen. Dazu gehörten auch Zuflüsse von kälteren Nebengewässern, sagte Alexander Brinker, Leiter der Fischereiforschungsstelle in Langenargen.
Am wirkungsvollsten schützt es, Natur zu schaffen.
Außerdem sollte bei anhaltenden Hitze- und Dürrephasen mit niedrigen Pegelständen ausreichend Wasser in den Flüssen verbleiben. So könne es gelingen, die Gesundheit und Überlebensfähigkeit von kälteliebenden Fischen auch bei fortschreitendem Klimawandel zu erhalten, so die Wissenschaftler.
Hintergrund der Krankheit der Bachforellen bei höheren Wassertemperaturen
Bei mehrwöchigen Wassertemperaturen über 15 Grad Celsius wird laut den Forschern aus einer an sich harmlosen Nierenerkrankung eine todbringende Fischkrankheit: die sogenannte PKD. Insbesondere junge Forellen, die mit PKD Parasiten infiziert seien, könnten daran zu 100 Prozent sterben.
Die Bachforelle ist erstmals auf der 2024 veröffentlichten Roten Liste der Fische als gefährdet eingestuft worden. Ihr Bestand wird als rückläufig eingeschätzt - dies ist auch in Bayern und Baden-Württemberg der Fall, wo es einst große Bestände gegeben hat.