Zahl der Vögel soll sinken

Drohnen gegen Kormorane am Bodensee - Test startet 2026

Am Bodensee wird ab dem kommenden Jahr der Einsatz von Drohnen gegen Kormorane getestet. Das Spezialfluggerät soll die Eier der als Fischräuber geltenden Vögel mit Öl einsprühen.

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Von Autor/in Karin Wehrheim

Anfang kommenden Jahres soll am Bodensee eine umgebaute landwirtschaftliche Drohne in einer Kormorankolonie eingesetzt werden. Das Fluggerät habe einen langen Auslegearm und könne die Eier in den Kormorannestern mit Öl besprühen. Das Öl sorge dafür, dass sich keine Jungvögel entwickeln, so die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft in Stuttgart. Ein Prototyp sei bereits erfolgreich eingesetzt worden.

An welcher Kolonie der erste Versuch stattfinden soll, steht noch nicht final fest und hängt auch von der Anzahl der brütenden Kormorane und anderen Faktoren im kommenden Jahr ab.

Kormorane reduzieren durch das Verhindern von Nachwuchs und durch Abschuss

Bereits im Februar dieses Jahres hatte das Umweltministerium den testweisen Einsatz von Drohnen gegen die stark steigenden Zahl an Kormoranen am Bodensee angekündigt. Das sogenannte Kormoran-Management solle aus unterschiedlichen Bausteinen bestehen, Abschüsse gehörten auch dazu, hieß es damals.

Langenargen

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Den fischfressenden Kormoranen am Bodensee soll bald Einhalt geboten werden. Es gibt wohl einen Zeitplan für den Einstieg in ein sogenanntes Kormoran-Management.

Das Projekt zur Eindämmung des EU-weit geschützten fischfressenden schwarzen Vogels am Bodensee ist auf drei Jahre angelegt, es endet im Dezember 2028. Seit Jahren fordern Berufsfischer und Angler am Bodensee, dass die Zahl der Kormorane wieder sinkt. Sie sehen den Vogel als einen Grund für ihre seit Jahren schrumpfenden Fangerträge. Ein Kormoran frisst pro Tag etwa ein halbes Kilogramm Fisch.

Kormorane vermehren sich am Bodensee besonders stark

Seit 2010 ist es zulässig, zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden Kormorane zwischen Mitte August und Mitte außerhalb von Schutzgebieten abzuschießen. Seitdem wird auch alle zwei Jahre die Zahl der Brutvögel in Baden-Württemberg erfasst. Gezählt wird am Bodensee sowie im Einzugsbereich von Rhein, Neckar und Donau.

2022 waren es knapp 1.800 Kormoran-Brutpaare, davon 972 am baden-württembergischen Bodensee. Das ist eine Zunahme der brütenden Kormorane um 60 Prozent innerhalb von zwei Jahren allein an diesem Teil des Sees. Im Vergleich zu 2018 stieg ihre Zahl dort sogar um 120 Prozent.

Besonders große Vorkommen von Kormoranen am Bodensee gibt es an der Mündung des Lipbachs bei Immenstaad (Bodenseekreis), an der Seefelder Ach und im Wollmatinger Ried im Kreis Konstanz sowie in der Luxburger Bucht bei Romanshorn (Kanton Thurgau) und im Vorarlberger Rheindelta.

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Karin Wehrheim
SWR-Redakteurin Karin Wehrheim Autorin Bild

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