Die DLRG-Salem hat am Samstag zum gemeinsamen Eisbaden im Schlosssee aufgerufen. Der eiskalte Trend findet in der Bodenseeregion viele Anhänger. Dabei gibt es aber auch einiges zu beachten.
Am Samstag um 16 Uhr war es so weit. Dann stürzten sich viele begeisterte Eisschwimmer in den kalten Schlosssee in Salem im Bodenseekreis. Laut der DLRG-Ortsgruppe Salem kommt das Event sehr gut an. In den letzten Jahren machten rund 50 Badefreunde mit. Einige reisten sogar von weiter weg an.
Eisbaden im Bodensee - warum der Trend so viele fasziniert
In der ganzen Bodenseeregion gibt es Interesse an dem kalten Trend. Davon berichten auch Monique Tomaselli und Bruni Leibacher. Die beiden Frauen gehören zu den "Arboner Eisschwimmern". Die Gruppe zählt rund 50 Mitglieder.
Manchmal fragen wir uns, warum wir das machen. Aber nach dem Bad wissen wir es wieder.
Seit etwa drei Jahren gehen sie jeden Morgen in den kalten Bodensee im schweizerischen Arbon im Kanton Thurgau. Für viele klingt das verrückt. Für sie ist es Alltag. Das Bad im kalten Wasser fühlt sich für sie belebend an. Oft würden starke Glücksgefühle entstehen. Das gilt auch dann, wenn der innere Widerstand groß ist. Monique Tomaselli sagt auch, das Eisbaden helfe ihr gegen Gelenkschmerzen. Genau das motiviert sie jeden Tag aufs Neue.
Eisbaden und Gesundheit - welche Vorteile versprochen werden
Auch Eisschwimmlehrer Paul Bieber aus Wasserburg (Kreis Lindau) beobachtet den Trend. Er gibt Kurse rund um den Bodensee. Viele seiner Teilnehmer hoffen auf weniger Schmerzen. Gerade die möglichen Vorteile für den Körper würden viele anziehen, so Bieber gegenüber dem SWR. Manche fühlten sich nach dem Bad stärker. Andere berichteten von besserer Stimmung.
Doch nicht alle dieser positiven Wirkungen sind wissenschaftlich klar belegt. Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin schreibt: Einige Studien sprechen für positive Effekte. Andere sehen keine klaren Vorteile.
Eisbaden am Bodensee - diese Regeln sind besonders wichtig
Fest steht: Eisbaden ist nicht harmlos. Wer unvorsichtig ist, bringt sich in Gefahr. Bei Vorerkrankungen kann das kalte Wasser sogar lebensgefährlich sein. Auch die DLRG-Salem rät deshalb zur Vorsicht. Ausbildungsleiter Gabriel Katz erklärte dem SWR, worauf Anfänger achten sollten. Gerade wenn Menschen das Eisbaden zum ersten Mal ausprobierten, sei Zurückhaltung wichtig.
"Alleine Eisbaden ist sehr, sehr gefährlich", sagt Katz. Man sollte immer mindestens eine weitere Person dabeihaben. So kann im Notfall schnell geholfen werden. Außerdem müsse man auf das eigene körperliche Befinden achten.
Wichtig sei auch der Einstieg ins Wasser, so Katz. Man sollte nicht einfach hineinspringen. Stattdessen gelte: langsam ins Wasser gehen und dem Körper Zeit geben, sich an die Kälte zu gewöhnen. Jeder sollte nur so lange im Wasser bleiben, wie er sich wirklich wohl fühlt.
Wichtig sei auch ein Check beim Hausarzt. Das rät auch Eisschwimmlehrer Paul Bieber. Außerdem sollte man langsam beginnen. Kurze Badezeiten seien am Anfang besser, warme Kleidung danach sehr wichtig.