Auf dem Bodensee zwischen Konstanz-Wallhausen und Überlingen fährt künftig zwischen Oktober und April keine regelmäßige Personenfähre mehr. Sonderfahrten werde es weiter geben. Das bestätigte der Betreiber Michael Giess dem SWR. Das Kursschiff, das Fahrgäste in gut 15 Minuten auf die jeweils andere Seeseite bringt, sei nach 29 Jahren im Winter nicht mehr zu finanzieren. Auch Personal fehle. Im Sommer laufe es weiter gut.
Keine Fähre im Winter - aufgrund geringer Nachfrage
Das ist vor allem für Schüler und Pendler eine schlechte Nachricht. Fünfmal täglich pendelte die "MS Seegold" im Winter, aber nur noch etwa 30 Fahrgäste pro Tag nutzten das Schiff. Das rechne sich nicht mehr, so Giess. Seit der Corona-Pandemie seien die Fahrgastzahlen stetig zurückgegangen, mehr Leute arbeiteten im Homeoffice oder nutzten mit dem Deutschlandticket Bus und Bahn am See.
Die Städte Konstanz und Überlingen hatten den Winterbetrieb zuletzt mit insgesamt 28.000 Euro unterstützt. Ein höherer Zuschuss sei aufgrund der angespannten Haushaltslage in beiden Städten nicht möglich, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Bereits 2020 drohte der "MS Seegold" die Einstellung des Winterbetriebs. Damals stockten die Städte Überlingen und Konstanz ihren Zuschuss für den Winter um jeweils 4.000 Euro auf.
Die Städte Konstanz und Überlingen bedauern die Einstellung des Winterbetriebs der "MS Seegold" laut Mitteilung ausdrücklich, verweisen jedoch auf leistungsfähige Alternativen im öffentlichen Nahverkehr.