Land will mehr Geld in die Hand nehmen

Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn - Durchbruch in Sicht?

Seit Jahren schon steht die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn im Raum - nun könnte es einen wichtigen Durchbruch geben. Das Land will mehr Geld investieren und damit die Kommunen entlasten.

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Von Autor/in Thorben Langwald

Das Land Baden-Württemberg hat einen neuen Vorschlag zur Finanzierung bei der Bodenseegürtelbahn gemacht. Für die Elektrifizierung und den Ausbau der rund 60 Kilometer langen Strecke will die Landesregierung mehr Kosten übernehmen. Zuvor hatten sich Land und Kommunen lange nicht einigen können, wie die Kostenverteilung des insgesamt knapp 650 Millionen Euro teuren Projektes aussehen soll.

Kommunen am Bodensee zahlen 60 Millionen Euro weniger

Das Land möchte nun Kosten in Höhe von rund 135 Millionen Euro übernehmen. Damit kämen auf die Kreise, Städte und Gemeinden in der Region noch rund 80 Millionen Euro zu. Rund 60 Millionen Euro weniger, als bislang zur Diskussion standen. Der Bund beteiligt sich mit rund 435 Millionen Euro. Die Landräte des Bodenseekreises und des Kreises Konstanz zeigen sich mit dem Vorschlag zufrieden und sprechen von einer tragfähigen und gerechten Lösung, die sich abzeichne. Der neue Finanzierungsvorschlag muss nun in den Kreistagen besprochen werden.

Die Elektrifizierung von Schienenstrecken im Eigentum der Deutschen Bahn liegt nicht in der Verantwortung der Landkreise - zumal sie bereits mit der Finanzierung ihrer ureigenen Aufgaben stark gefordert sind.

Mit dem Vorschlag zufrieden zeigt sich auch Wolfgang Heine, Direktor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben. Das Land habe Wort gehalten und einen Vorschlag präsentiert, der den Kommunen sehr weit entgegenkomme.

2035 könnten erste Züge auf der Bodenseegürtelbahn elektrisch rollen

Der Ausbau und die Elektrifizierung ist für die Landräte vom Bodenseekreis und dem Kreis Konstanz ein Jahrhundertprojekt. Dabei betonen sie die Bedeutung für den Verkehr, aber auch die Wirtschaft in der Region, genauso wie auch für den Klimawandel. Auf der Bahnstrecke sollen künftig nicht nur Züge mit Strom fahren - 22 der 60 Kilometer der Stecke sollen auch zweispurig werden.

Die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn schließt auch die "Diesellücke" in der Region, denn die anderen Bahnstrecken in der Umgebung sind inzwischen bereits elektrifiziert worden. Bis dahin allerdings wird noch Zeit vergehen. Nach aktuellen Schätzungen könnten Mitte des nächsten Jahrzehnts die ersten elektrischen Züge auf der Strecke rollen.

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