Wasserschutzpolizei warnt

Zugefrorener Bodensee: Mehrere Menschen ins Eis eingebrochen

Auf dem Gnadensee zwischen Allensbach und Reichenau sind mehrere Menschen ins Eis eingebrochen. Seit Tagen sind dort Spaziergänger und Schlittschuhläufer unterwegs.

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Von Autor/in Gerald Pinkenburg

Die Eisdecke auf dem teils zugefrorenen Gnadensee zwischen Allensbach und Reichenau (beide Kreis Konstanz) hält nicht überall, was sie verspricht: Am Mittwoch brachen dort nach SWR-Informationen innerhalb kurzer Zeit drei Menschen ins Eis ein, unter anderem auch bei dem Versuch zu helfen. Sie konnten gerettet werden. Die Polizei berichtete von zwei Eingebrochenen im Alter von 56 und 75 Jahren und warnt vor dem Betreten des Eises.

Die Betroffenen seien auf dem Gnadensee relativ weit hinaus gelaufen. Das sei unvorsichtig gewesen, sagte Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei am Bodensee. Man habe eine Schneedecke auf dem zugefrorenen See und könne deshalb die Schwachstellen im Eis nicht sehen.

Das ist jetzt mittlerweile gefährlich.

Zum Glück seien die Eingebrochenen von anderen Passanten und Schlittschuhläufern aus dem Eis befreit worden. Sie kamen mit Unterkühlungen ins Krankenhaus. Das Wasser des Gnadensees ist an dieser Stelle etwa 90 Zentimeter tief und hat eine Temperatur von drei Grad.

Hunderte Spaziergänger und Schlittschuhläufer auf dem Gnadensee

Eisige Temperaturen hatten in den vergangenen Tagen weite Teile des Gnadensees, der zum Bodensee gehört, in eine große Eisfläche verwandelt. Seit dem Wochenende treffen sich dort jeden Tag Menschen zum Schlittschuhlaufen oder Spazierengehen. An Dreikönig waren Hunderte auf dem Eis, es wurden sogar Würstchen gegrillt und es gab Glühwein.

Hunderte Menschen auf dem zugefrorenen Gnadensee.
Hunderte Menschen waren an Dreikönig auf dem zugefrorenen Gnadensee unterwegs. picture alliance/Felix Kästle

Die Wasserschutzpolizei prüft vor Ort zwar regelmäßig die Dicke der Eisschicht. Zum Betreten offiziell freigegeben wird der zugefrorene Gnadensee aber von der Polizei nicht. Am deutschen Bodensee gibt es - anders als auf der Schweizer Seite am Untersee - keine solchen Freigaben.

Eislaufen auch auf dem Federsee möglich

Nicht nur der Gnadensee ist teilweise zugefroren. Auch auf dem Federsee bei Bad Buchau (Kreis Biberach) kommen Eislauffans schon seit einigen Tagen auf ihre Kosten.

Der Federsee bei Bad Buchau im Kreis Biberach ist komplett zugefroren. Am Wochenende war er deshalb bei Spaziergängern und Schlittschuhläufern ein beliebtes Ausflugsziel.
Der Federsee ist sehr flach, deswegen trägt sein Eis bereits. Tiefere Gewässer haben in den unteren Schichten noch wärmeres Wasser. Das erklärte Roland Roth von der Wetterwarte Süd dem SWR. Johannes Riedel

Wie lange die Eisdecken auf den Gewässern in der Region noch tragen, ist ungewiss. Für die kommenden Tage sind steigende Temperaturen angekündigt.

Das letzte Mal fror der Bodensee im Februar 1963 komplett zu. Die "Seegfrörne" war ein Naturereignis und zog damals viele auf die zugefrorene Seefläche. Laut dem Langenargener Gemeindearchiv waren rund 16.000 Menschen auf dem Bodensee zwischen Langenargen im Bodenseekreis und der Schweizer Stadt Arbon unterwegs:

🚗Mit dem Auto auf den Bodensee?!❄️ ❄️Das war das letzte Mal im Februar 1963 möglich. Eine Seegfrörne ist ein seltenes Naturereignis, bei dem ein großer See mit einer dicken Eisschicht komplett zufriert. Das Naturereignis zog damals Tausende Menschen auf die zugefrorene Seefläche - und das nicht nur zum Schlittschuhlaufen. ❄️ Heute ist eine Seegfrörne wegen des Klimawandels sehr unwahrscheinlich. Früher war es nachts bis zu minus 20 Grad kalt. 🤝Damals hat der zugefrorene Bodensee die Menschen zwischen Langenargen im Bodenseekreis und der Schweizer Stadt Arbon zusammengebracht. Laut dem Langenargener Gemeindearchiv waren rund 16.000 Menschen auf dem Bodensee zwischen den beiden Städten unterwegs. 🔍Quellen: Q1: Eis auf dem Bodensee: Menschen nutzen Wetter für Spaziergang (swr.de) Q2: Wie die Seegfrörne Menschen zusammengebracht hat (swr.de) #See #Schlittschuhe #Seegfrörne #Bodensee #SWRAktuell Veröffentlichungs-Datum: 07.01.2026

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Autor/in
Gerald Pinkenburg
SWR-Redakteur Gerald Pinkenburg
Onlinefassung
Stefanie Baumann
SWR-Redakteurin Stefanie Baumann Autorin Bild

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