Die Eisdecke auf dem teils zugefrorenen Gnadensee zwischen Allensbach und Reichenau (beide Kreis Konstanz) hält nicht überall, was sie verspricht: Am Mittwoch brachen dort nach SWR-Informationen innerhalb kurzer Zeit drei Menschen ins Eis ein, unter anderem auch bei dem Versuch zu helfen. Sie konnten gerettet werden. Die Polizei berichtete von zwei Eingebrochenen im Alter von 56 und 75 Jahren und warnt vor dem Betreten des Eises.
Die Betroffenen seien auf dem Gnadensee relativ weit hinaus gelaufen. Das sei unvorsichtig gewesen, sagte Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei am Bodensee. Man habe eine Schneedecke auf dem zugefrorenen See und könne deshalb die Schwachstellen im Eis nicht sehen.
Das ist jetzt mittlerweile gefährlich.
Zum Glück seien die Eingebrochenen von anderen Passanten und Schlittschuhläufern aus dem Eis befreit worden. Sie kamen mit Unterkühlungen ins Krankenhaus. Das Wasser des Gnadensees ist an dieser Stelle etwa 90 Zentimeter tief und hat eine Temperatur von drei Grad.
Hunderte Spaziergänger und Schlittschuhläufer auf dem Gnadensee
Eisige Temperaturen hatten in den vergangenen Tagen weite Teile des Gnadensees, der zum Bodensee gehört, in eine große Eisfläche verwandelt. Seit dem Wochenende treffen sich dort jeden Tag Menschen zum Schlittschuhlaufen oder Spazierengehen. An Dreikönig waren Hunderte auf dem Eis, es wurden sogar Würstchen gegrillt und es gab Glühwein.
Die Wasserschutzpolizei prüft vor Ort zwar regelmäßig die Dicke der Eisschicht. Zum Betreten offiziell freigegeben wird der zugefrorene Gnadensee aber von der Polizei nicht. Am deutschen Bodensee gibt es - anders als auf der Schweizer Seite am Untersee - keine solchen Freigaben.
Eislaufen auch auf dem Federsee möglich
Nicht nur der Gnadensee ist teilweise zugefroren. Auch auf dem Federsee bei Bad Buchau (Kreis Biberach) kommen Eislauffans schon seit einigen Tagen auf ihre Kosten.
Wie lange die Eisdecken auf den Gewässern in der Region noch tragen, ist ungewiss. Für die kommenden Tage sind steigende Temperaturen angekündigt.
Das letzte Mal fror der Bodensee im Februar 1963 komplett zu. Die "Seegfrörne" war ein Naturereignis und zog damals viele auf die zugefrorene Seefläche. Laut dem Langenargener Gemeindearchiv waren rund 16.000 Menschen auf dem Bodensee zwischen Langenargen im Bodenseekreis und der Schweizer Stadt Arbon unterwegs: