Reparaturarbeiten und Hochwasserschutz

Die Folgen des Jahrhunderthochwassers in Meckenbeuren

Anfang Juni 2024 hat ein Hochwasser viele Gebiete im Bodenseeraum überschwemmt. Die Gemeinde Meckenbeuren war besonders stark betroffen. Einige Reparaturarbeiten laufen noch.

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Stand

Von Autor/in Viktoria Clausnitzer

Wegen der starken Regenfälle haben vor knapp einem Jahr, Anfang Juni 2024 viele Straßen, Wohnhäuser und auch Schulen im Bodenseeraum unter Wasser gestanden. Ein Jahrhunderthochwasser, hieß es damals. Der Ortsteil Kehlen in der Gemeinde Meckenbeuren im Bodenseekreis war besonders stark betroffen.

2,2 Millionen Euro Schaden an öffentlichen Gebäuden in Kehlen

Beim Jahrhunderthochwasser im Ortsteil Kehlen waren drei öffentliche Gebäude besonders betroffen, die Wilhelm-Schussen-Schule, die Karl-Brugger-Halle und das Dorfgemeinschaftshaus. Die Schäden an den Gebäuden der Kommune werden auf rund 2,2 Millionen Euro geschätzt.

Ein Schulgebäude in Meckenbeuren-Kehlen von außen, das unter Wasser steht.
Die Schule in Kehlen bei Meckenbeuren stand vor einem Jahr unter Wasser.

Jahrhunderthochwasser zerstörte Schultoiletten und Heizung

Das Untergeschoss der Schule stand im Juni 2024 unter Wasser. Besonders einschneidend für die Schüler und damit auch eine Priorität waren die überfluteten Schultoiletten. Ein Jahr lang standen Toiletten-Container auf dem Schulhof, da die Schultoiletten nach dem Hochwasser renoviert werden mussten. Die Räume und damit auch die Toiletten können nach den Renovierungsarbeiten seit Mai 2025 wieder genutzt werden.

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser an der Wilhelm-Schussen-Schule in Kehlen in der Gemeinde Meckenbeuren.
Das Untergeschoss an der Wilhelm-Schussen-Schule in Kehlen war ein Jahr lang nach dem Hochwasser gesperrt.

Neben den Schultoiletten hatte auch die Erneuerung der Heizung an der Schule oberste Priorität, so Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger (CDU). Pünktlich zur kalten Jahreszeit war die Heizung im Herbst 2024 an der Schule wieder betriebsbereit. Sie ist gemeinsam mit den Stromverteilern höher gesetzt worden als eine der Hochwasserschutz-Maßnahmen.

Anderer Standort für Schule in Kehlen als Hochwasserschutz-Maßnahme

Das Jahrhunderthochwasser 2024 überstieg die bereits vorhandenen Hochwasserschutz-Vorkehrungen an der Schule und der benachbarten Halle. Deshalb soll die Schule in Kehlen unter anderem eine Hochwasserschutzmauer bekommen.

Auch eine Verlagerung der Schule werde in Zukunft zur Diskussion stehen, so die Gemeinde Meckenbeuren. Der Grund: Die alte Gebäudesubstanz könnte laut Fachleuten nicht komplett abgedichtet werden. Mit einer Zunahme der Wetterextreme sind weitere Hochwasser in dem Ortsteil nicht ausgeschlossen.

Eine Tafel erinnert in der Wilhelm-Schussen-Schule in Kehlen an das Hochwasser vor einem Jahr.
Eine Tafel erinnert in der Wilhelm-Schussen-Schule in Kehlen an das Hochwasser vor einem Jahr.

Hochwasserschutz-Maßnahmen bringen keine komplette Sicherheit in Kehlen

Die Gemeinde Meckenbeuren investiert in sowohl feste als auch mobile Hochwasserschutz-Lösungen, so eine Mitteilung. Neben der Hochwasserschutzmauer bei der Schule sollen auch Fenster, Türen und andere Öffnungen zur Außenwand hin abgedichtet werden.

Der Gemeinderat hat auch beschlossen, dass das Pumpsystem geändert werden soll. So sind beispielsweise in der Karl-Brugger-Halle Vakuumpumpen im Boden verbaut. Diese saugen bei einem erneuten Hochwasser das Wasser schnell an.

In der Schule direkt an der Schussen steht das Wasser immer noch.
Die Trocknungsgeräte sind noch bis Oktober 2024 gelaufen, bis die Gebäude komplet trocken waren.

Die Ausstattung der örtlichen Feuerwehr wurde auch angepasst. Sie besitzt jetzt neu ein Notstromaggregat und ein sogenanntes Hochwassermodul. Bei einem Hochwasser kann das mobile Modul schnell eingesetzt werden und Wasser transportieren.

Nach Jahrhunderthochwasser in Kehlen: Rückkehr zur Normalität

Die Reparaturarbeiten und Hochwasserschutz-Maßnahmen an den öffentlichen Gebäuden dauern noch an, wie lange, ist noch nicht klar. Ein Erfolg konnte laut Gemeinde Meckenbeuren schon gefeiert werden: Im Mai 2025 sind die letzten Bewohnerinnen und Bewohner zurück in ihre instandgesetzten Wohnungen in Kehlen gezogen.

Hochwasserschäden in weiteren Teilen der Bodenseeregion

Nicht nur der Meckenbeurer Ortsteil Kehlen war im vergangenen Jahr vom Hochwasser betroffen. Auch in Weingarten und Wangen im Allgäu (beide Kreis Ravensburg) stiegen die Flusspegel. Glimpflich kam der Raum Leutkirch (Kreis Ravensburg) davon. Dank des Hochwasserrückhaltebeckens in Leutkirch-Urlau. Ende Juni richteten Überschwemmungen unter anderem schwere Schäden an einem Campingplatz in Markdorf (Bodenseekreis) und einem Theater in Singen (Kreis Konstanz an.

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