Projekt der Heinz Sielmann Stiftung

Erfolg für Naturschutz: Seltener Käfer bei Überlingen entdeckt

Auf einer Weidefläche bei Überlingen am Bodensee hat ein Experte der Heinz Sielmann Stiftung einen seltenen Käfer entdeckt. Dort grasen Galloway-Rinder, in deren Dung sich der Käfer wohlfühlt.

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In der Lippertsreuter Weiherlandschaft bei Überlingen (Bodenseekreis) hat sich ein besonderer Käfer angesiedelt: Der Dungkäfer Euoniticellus fulvus. Er wird deutschlandweit und in Baden-Württemberg als sehr selten eingestuft. Der Käfer wurde auf einer Fläche entdeckt, die seit einem Jahr von Galloway-Rindern beweidet wird.

Dahinter steckt ein Naturschutzprojekt der Stadt Überlingen mit der Heinz Sielmann Stiftung. Es sei ein großer Erfolg für das Projekt, dass sich dort jetzt schon wertvolle Arten nachweisen ließen, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung.

Seltener Käfer zeigt Qualität von Weideflächen an

Dungkäfer spielen laut Sielmann Stiftung eine unverzichtbare Rolle im Ökosystem. Sie zersetzen und vergraben den Kot von Säugetieren, lockern den Boden und verbessern die Wasseraufnahme. Sie reduzieren Parasiten und Treibhausgas-Emissionen. Außerdem seien sie eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, Säugetiere und andere Insekten. Und Dungkäfer zeigen an, wie gut die Qualität von Weideflächen ist, denn sie fühlen sich nur in naturbelassenem Dung wohl.

Der Dunghaufen eines Galloway-Rinds in der Lippertsreuter Weiherlandschaft. Hier wurde ein seltener Dungkäfer entdeckt.
Der Dunghaufen eines Galloway-Rinds in der Lippertsreuter Weiherlandschaft. Hier wurde ein seltener Dungkäfer entdeckt. Pressestelle Dr. Jörg Müller/Heinz Sielmann Stiftung

Aber der Käfer sei zunehmend bedroht, vor allem durch den Einsatz von Entwurmungsmitteln bei Weidetieren und den Verlust naturnaher Beweidungsflächen. "Umso wichtiger sind Flächen wie die Lippertsreuter Weiherlandschaft für ihren Erhalt", betont Jörg Müller, Experte der Heinz Sielmann Stiftung.

Vom Maisacker zum Naturrefugium

Im Oktober 2020 hatte die Heinz Sielmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt Überlingen einen ehemaligen Maisacker umgestaltet. Fünf Weiher wurden neu angelegt. Das Projekt gehört zu Sielmanns Biotopverbünden Bodenseeregion. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich erste Erfolge: 2023 wurde der stark gefährdete Laubfrosch in der Lippertsreuter Weiherlandschaft entdeckt.

Seit Juni vergangenen Jahres beweiden Galloway-Rinder die Fläche. Sie erleichtern die Pflege der Landschaft, die zuvor maschinell gemäht wurde. Und die kleinen, zotteligen Rinder leisten laut Sielmann Stiftung sogar mit ihren Ausscheidungen Großartiges für die Natur. Dung bringe Nährstoffe zurück in den Boden und schaffe Lebensraum für zahlreiche Insekten - wie den Dungkäfer.

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Wer mehr wissen will über die Bedeutung der Hinterlassenschaften von großen Tieren für das Ökosystem: Am Donnerstag, 9. Oktober, um 18.00 Uhr erläutert der Experte Dr. René Krawczynski die Bedeutung von Dungnahrungssystemen in einem kostenlosen Webinar der Heinz Sielmann Stiftung.

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SWR

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