Zufallsfund nach drei Jahren

So hat Silvan Paganini die verschwundene Gin-Kugel im Bodensee wiedergefunden

Drei Jahre war die im Bodensee versenkte Gin-Kugel nicht mehr auffindbar. Silvan Paganini vom Schiffsbergeverein aus Romanshorn hat sie jetzt entdeckt. Und zwar eher durch Zufall.

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Von Autor/in Kristina Priebe

Dass eine rund 800 Kilogramm schwere Stahlkugel mit 230 Litern Gin einfach so verschwindet oder gestohlen wird, daran hat Silvan Paganini nie so richtig geglaubt. Der Vorsitzende des Schiffbergevereins aus Romanshorn im Schweizer Kanton Thurgau hat die verschollene Gin-Kugel vergangene Woche im Bodensee gefunden. Dabei wollte er sich zuerst gar nicht auf die Suche machen.

Romanshorn

Drei Jahre lang verschwunden 800 Kilogramm schwere Gin-Kugel im Bodensee wiedergefunden

Sie ist im Jahr 2022 von ihrem Platz auf dem Grund des Bodensees verschwunden – eine 800 Kilogramm schwere Gin-Kugel. Nun wurde sie vom Schiffsbergeverein Romanshorn wiedergefunden.

Zur Vorgeschichte: Ein Catering-Unternehmen aus Romanshorn hatte 2022 eine mit Gin gefüllte Stahlkugel im Bodensee versenkt. Dadurch sollte der Gin ein besonderes Aroma bekommen. Als die Kugel nach 100 Tagen gehoben werden sollte, war sie verschwunden. Die Gastronomen gingen von Diebstahl aus.

Lokalreporter lässt versenkte Gin-Kugel keine Ruhe

Diese Geschichte habe einem Lokalreporter aus Romanshorn keine Ruhe gelassen, erzählt Silvan Paganini dem SWR. "Er hat mich immer wieder darauf angesprochen", sagt der Vorsitzende des Schiffbergevereins. Auch in der vergangenen Woche wieder.

Und weil Paganini ohnehin auf dem Bodensee unterwegs war, ließ er sich auf die Suche ein. "Die Geschichte war für mich auch immer etwas komisch", so Paganini. "Eine 800 Kilo schwere Stahlkugel ist nichts, was man so einfach aus dem See holt. Das fällt doch auf."

Auch der Reporter sei bei der Suche dabei gewesen, erzählt Paganini. Sie hätten viele Objekte am Seegrund entdeckt, am Ende des Tages blieben noch vier übrig. Wenn die Kugel nicht dabei gewesen wäre, hätten sie die Suche abgebrochen. Als aber der Tauchroboter Bilder vom letzten Objekt übertrug, sei der Reporter ganz aufgeregt gewesen.

Gin-Kugel wurde mit Lkw-Plane im Bodensee versenkt

"Er war dabei, als sie versenkt wurde und wusste, wie das aussehen muss", sagt Paganini. Die Gin-Kugel wurde 2022 mit einer schwarzen Lkw-Plane zugedeckt in den Bodensee gelassen. Inzwischen war sie überzogen von Quagga-Muscheln. "Ich war erst ein wenig skeptisch", so Paganini. Aber mit dem Greifarm des Roboters konnten sich die beiden Männer das Objekt genauer ansehen. Und schnell war klar: Sie hatten die Kugel gefunden.

Die Polizei nahm nach dem Fund die Ermittlungen wieder auf. Paganini glaubt aber eher an ein Versehen, nicht an ein Verbrechen. "Ich denke, dass sie beim Absetzvorgang abgedriftet sind und die Positionen nicht mehr gestimmt haben." Immerhin liege der Fundort nur 70 Meter vom angenommenen Standort der Kugel entfernt. Denkbar sei auch ein Fehler im GPS-Tracker, sagt Paganini. Bewegt worden sei die Kugel seiner Meinung nach seit 2022 nicht mehr.

Versenkte Gin-Kugel im Bodensee: Viele vermuten Marketing-Gag

Warum die Kugel trotz intensiver Suche durch eine Spezialfirma und die Polizei nicht schon früher gefunden wurde, darauf hat Paganini keine Antwort. An einen Marketing-Gag des Catering-Unternehmens aus Romanshorn, dem die Kugel gehört, glaube er aber nicht. Diese Vermutung äußern einige Nutzerinnen und Nutzer in den Sozialen Medien. "Ich weiß, dass ich selber per Zufall rausgegangen bin", sagt Paganini. Für eine so ausgefeilte Marketing-Aktion hätten zu viele Leute involviert sein müssen. "Das halte ich für sehr unwahrscheinlich."

Das Catering-Unternehmen hat sich auf eine SWR-Anfrage bislang nicht geäußert. Der Deutschen Presse-Agentur sagte die Gastronomin Jenny Fisch aber, dass der Gin jetzt an die Kunden verteilt werde, die ihn vor drei Jahren vorbestellt hätten.

Die meisten Kundinnen und Kunden hätten ihr Geld aber nach dem Verschwinden zurückbekommen, so Fisch. Wer laut der Gastronomin auf die Rückerstattung verzichtet hat, bekommt jetzt also seinen Gin - und der lag statt den geplanten 100 Tagen drei Jahre im Bodensee. Auch Silvan Paganini soll als Finderlohn etwas abbekommen.

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Kristina Priebe
SWR-Redakteurin Kristina Priebe Autorin Bild

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