Ein Leck im Benzintank oder ein Fass, das ausläuft - für die Feuerwehren im Land ist das Alltag. Dann beginnt das Problem: Wie kriegen die Feuerwehrleute das Loch wieder dicht? Die herkömmliche Lösung: Mit einem Holzpflock wird versucht, das Loch zu stopfen. Oft wird auch ein Stück Stoff verwendet und eine Wanne unter die Stelle gestellt, um die ausgelaufene Flüssigkeit aufzufangen.
Es gibt auch andere Methoden, etwa bestimmte aufblasbare Kissen, die mit Zurrgurten befestigt werden. Doch auch damit war der Leo Steinhauser, Feuerwehrkommandant von Dettingen an der Iller (Kreis Biberach), nicht zufrieden. Er hatte eine andere Idee und machte sich ans Basteln.
Vom Prototypen zum fertigen Produkt
Angefangen hat er mit einem rechteckigen Stück Kunststoff, um das er ringsherum Saugnäpfe aus dem Baumarkt angebracht hatte. Doch die hielten nicht lange. Also begab er sich auf die Suche nach einer zuverlässigeren Lösung. Und er wurde bei einem Fernsehbeitrag fündig: In einer Sendung der Reihe "Einfach Genial" vom MDR hat er mehr über einen Saugnapf gesehen, der auf fast allen Oberflächen hält. Dieser wurde von einer Forscherin der Uni Bonn entwickelt und nach dem Vorbild des Nordamerikanischen Klingfischs (Gobiesox maeandricus) designt. "Da steckt viel Forschungsarbeit drin. Über die Bionik hat sie dann herausgefunden, wie ein Saugnapf am besten hält", sagt Leo Steinhauser.
Vom ersten Prototyp bis zur Marktreife war es ein langer Weg mit vielen Verbesserungen. So hat er etwa nach Rückmeldungen seiner Feuerwehrleute verschiedene Löcher in die Kunststoffmatte gestanzt, damit auch Risse in verschiedenen Winkeln abgedichtet werden können. Sein sogenanntes Abdix-System sei flexibler einsetzbar, etwa an IBC-Kunststoffbehältern mit Stahlgittern. Auch beim Material hat der Tüftler aus Dettingen viel ausprobiert. "Die besten Ergebnisse habe ich mit einem großen Propfen aus Silikon erzielt", so Leo Steinhauser. "Das passt sich an das Loch an und füllt dieses optimal aus."
Viel Anwendungspotenzial
Inzwischen hat er ein Patent angemeldet. Das Abdicht-System habe aber viele Anwendungsmöglichkeiten über die Feuerwehr hinaus, so Leo Steinhauser. Man könne etwa einen leckgeschlagenen Pool abdichten. Auch in der Industrie sei es möglich, große Tanks kurzfristig zu flicken.