Dämme und Bauten zerstört

Wer hat in Ennetach den Biber gestört?

Bei Ennetach im Kreis Sigmaringen haben Unbekannte ihre Zerstörungswut an Biberbauten ausgelassen. Doch die Tiere stehen unter Artenschutz und brauchen die Bauten für den Nachwuchs.

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Von Autor/in Moritz Kluthe

Europas größtes Nagetier, der Biber, breitet sich seit Jahren immer mehr auch im Landkreis Sigmaringen aus. In Mengen-Ennetach haben Unbekannte jetzt jedoch mehrere Biberdämme mutwillig zerstört. Das ist zu dieser Jahreszeit besonders schlimm, denn die Tiere erwarten im Frühjahr Nachwuchs.

Unbekannte haben in Mengen-Ennetach einen Biberbau zerstört. Biber stehen unter Naturschutz.
So sieht der zerstörte Biberbau in Ennetach jetzt aus. Er hat Löcher, deshalb wird der Biber ihn nicht mehr nutzen.

Gerade in dieser Zeit sind diese Biberweibchen hochträchtig, stehen kurz vor der Niederkunft, und die Jungtiere sind dann natürlich sehr verwundbar und sind eben auf diesen Schutz in der Biberburg mit überstautem Eingang angewiesen.

Biber sind wichtig für die Biodiversität

Das Gelände, auf dem der Biber in Ennetach Dämme und Burgen baut, gehört der Gemeinde. Deshalb sei es umso verwunderlicher, dass sich offenbar jemand so sehr daran stört, dass er die Bauten kaputt macht, so der Biberbeauftragte Konrad Frosdorfer. Dabei seien die großen Nager wichtig auch für andere Arten. Sie bringen die ökologische Vielfalt stark voran.

Der Biber ist eine ganz wichtige Schlüsselart für die Biodiversität. Amphibien, Insekten profitieren ungemein vom Biber.

Unbekannte haben in Mengen-Ennetach einen Biberbau zerstört. Biber stehen unter Naturschutz.
Unweit des zerstörten alten Baus hat der Biber einen neuen Staudamm gebaut. Das aufgestaute Wasser ist auch gut für andere Arten, beispielsweise für den Laich von Fröschen und Kröten.

Das Zerstören von Biberbauten kann mit Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild