Generationen von Kindern und Familien kennen sie: Die Spiele, Puzzles und Bücher von Ravensburger. Über vier Jahrzehnte leitete der Spiele- und Buchverleger Otto Julius Maier das Familienunternehmen und verhalf Ravensburger und dem blauen Dreieck als Markenzeichen zu internationalem Erfolg. Am 6. Oktober feiert der baden-württembergische Unternehmer seinen 95. Geburtstag.
Otto Julius Maier übernahm früh Verantwortung
Geboren wurde Otto Julius Maier 1930 im heutigen Bad Waldsee (Kreis Ravensburg). Nach dem Besuch des Gymnasiums in Ravensburg machte er eine Lehre zum Verlagsbuchhändler im elterlichen Unternehmen. Er gehörte zur dritten Generation der seit über 125 Jahren in Ravensburg tätigen Verlegerfamilie.
Den Verlag mit 90 Mitarbeitern übernahm "Mister Ravensburger", wie er später auch genannt wurde, mit nur 21 Jahren. Grund war der überraschende Tod seines Vaters 1952. Unter seiner Führung und der seiner Cousine Dorothee Hess-Maier entwickelte sich Ravensburger zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit 1.500 Beschäftigten.
Durchbruch mit Memory und Malefiz
Nach schwierigen Anfängen kam der Erfolg vor allem durch die Herausgabe von Spielen wie Memory oder Malefiz 1959 und 1960 sowie von vielen Puzzles. Als Chef verpasste Maier dem Verlag 1974 dann ein neues Logo: das blaue Dreieck.
1988 machte er Ravensburger schließlich zur Aktiengesellschaft in Familienbesitz, mit ihm als Vorstandsvorsitzendem. 1993 erwirkte er die Änderung des Firmennamens in Ravensburger AG - ein heute weltweit bekannter Markenname.
Ich glaube, dass die Marke Ravensburger, die Firma, bekannter ist als der Ort selber.
Interesse am Familienunternehmen blieb
Nach 43 Jahren im Unternehmen gab Maier 1995 die Führung des Unternehmens ab. Ravensburger hatte damals rund 1.500 Mitarbeiter. Maier blieb aber bis 2008 im Aufsichtsrat von Ravensburger. Darüber hinaus engagierte er sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich in wirtschaftlichen Gremien. Er war rund vier Jahrzehnte Mitglied im Aufsichtsrat der Nürnberger Spielwarenmesse. Und er war 15 Jahre lang Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. Für sein Wirken wurde er unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland sowie der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Das Interesse am Familienunternehmen hat er bis heute nicht verloren. Ebenso wenig wie seine eigene Spielfreude. Mit seinen Enkeln spielte er Memory, macht gerne auch mal ein Puzzle.