Polizei ordnet Video einer Kontrolle eines Autofahrers in Singen ein

Große Mengen Pfefferspray ins Gesicht: Video von Einsatz der Polizei geht im Netz viral und löst Debatte aus

In den sozialen Medien ist das Video eines Polizeieinsatzes viral gegangen. Ein Polizeibeamter sprüht darin Pfefferspray auf einen Autofahrer. Das Video hat Diskussionen ausgelöst.

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Das Video eines Polizeieinsatzes in Singen (Kreis Konstanz) geht derzeit in den sozialen Medien viral. In dem 30-sekündigen Clip ist zu sehen, wie ein Polizist dem Fahrer eines Autos über mehrere Sekunden Pfefferspray ins Gesicht sprüht. Dieser fährt daraufhin los, reißt mit der offenen Tür den Polizeibeamten um und fährt mit offenem Kofferraum davon.

Das Video wurde bereits millionenfach angesehen. Viele Accounts haben das Video geteilt, in den Kommentaren hat es große Diskussionen über die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes ausgelöst. "Die Aufnahme zeigt einen völlig unnötigen und exzessiven Einsatz von Pfefferspray", schreibt ein User auf Instagram. Ein anderer schreibt: "Genau deshalb hat die Polizei dieses Standing in der Gesellschaft." Manche Kommentare sprechen gar von Polizeigewalt, andere kritisieren die Menge an Pfefferspray.

Debatte um Verhältnismäßigkeit

"Und wiedermal nur eine Momentaufnahme", kommentiert wiederum eine andere Userin, "niemand weiß was vorher war." Auch eine andere Userin fragt nach dem Kontext. "Und warum kam es so weit? Weiß ja auch niemand, was da war? Man sollte beide Seiten betrachten", schreibt sie.

Die Polizei Konstanz hat selbst einen Facebook-Post als Reaktion auf das Video veröffentlicht. Dabei verweist sie auf die Relevanz des Kontextes bei derartigen Einsatzvideos. Das in den sozialen Medien verbreitete Video zeige lediglich einen Ausschnitt des Geschehens. "Einzelne Ausschnitte zeigen oft nur einen Teil des Geschehens und können schnell ein verzerrtes Bild vermitteln."

Polizeieinsätze werden intern aufgearbeitet

Am Montag bestätigte die Polizei den Einsatz. Demnach hat sich der bereits am Sonntagabend ereignet. Laut einer Pressemitteilung hat sich der 44-Jährige in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und war zuvor mit Absicht einem anderen Auto aufgefahren. Bei der Unfallaufnahme habe er sich agressiv und unkooperativ gezeigt und sich vehement den Anweisungen der Beamten widersetzt. Daraufhin sei das Pfefferspray eingesetzt wurden. Nach der Flucht wurde der Mann schließlich von der Schweizer Grenzpolizei festgenommen.

Auf eine weitere SWR-Anfrage sagte eine Sprecherin am Mittwoch, dass jeder Einsatz intern noch einmal aufgearbeitet werde. Auch zum aktuellen Fall laufe derzeit eine Aufarbeitung.

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SWR

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