Wer mit der Schwebebahn zum Gipfel des Säntis will, hatte dazu vorerst nur noch am Donnerstag Gelegenheit. Der Betrieb wurde für Gäste mit dem 1. Mai bis in den Spätherbst eingestellt. Der Grund: Es wird eine neue Bahn auf dem Hausberg des Bodensees gebaut. Für diesen Zeitraum ist der Gipfel des Säntis nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbar.
Erneuerung kostet rund 22 Millionen Schweizer Franken
Am höchsten Berg der Ostschweiz, dem rund 2.500 Meter hohen Säntis, laufen die Vorbereitungen für den Neubau der beliebten Schwebebahn seit mehreren Jahren. Nun geht es in die Hauptphase der Bauarbeiten mit Betriebsunterbrechung. Mit nur einer Stütze, etwas größeren Kabinen und stabilerer Technik soll die neue Bahn Gästen mehr Komfort und Sicherheit bieten. Die Gesamtkosten für die neue Schwebebahn auf den Säntis liegen bei rund 22 Millionen Schweizer Franken.
Warum wird die Schwebebahn erneuert?
Mit ein Grund für den Neubau war eine Lawine im Jahr 2019, die eine der beiden bisherigen Stützen beschädigte. Außerdem hätte die bestehende Bahn mittelfristig weitere Investitionen gebraucht. Darum wurde die komplette Neuerung der Anlage geprüft. Diese wird nun umgesetzt.
Die neue Bahn werde durch eine größere Seilspannung und größere Pendelfreiheit stabiler bei Starkwind und Böen, so der technische Leiter der Säntis-Schwebebahn AG. Die neuen Kabinen böten zwar nach wie vor Platz für 85 Personen, seien aber größer und damit komfortabler. Ein neuer Zwischenausstieg mit Plattform soll Besucherinnen und Besucher mit seinem Ausblick begeistern. Außerdem soll die neue Bahn auch unbegleitet betrieben werden können. Dadurch seien längere oder spezielle Betriebszeiten ohne größeren Personalaufwand möglich, so die Säntis-Schwebebahn AG auf ihrer Internetseite.
Wie laufen die Bauarbeiten ab?
Begonnen haben die Vorbereitungen bereits seit Monaten, doch nun geht es in die entscheidende Phase der Bauarbeiten. Bereits fertig sind die neuen Trag- und Zugseile. Baumaterialien, Maschinen und Werkzeuge wurden bereits mit der bestehenden Bahn transportiert. Schutzwände in der Bergstation sind installiert, und die ersten Fundamente für die neue Stütze wurden vorbereitet. Im Spätherbst soll die neue Bahn offiziell ihren Betrieb starten.
Da in Zukunft eine Stütze nicht mehr benötigt wird, kann in diesem Bereich auch auf einen Lawinenschutz verzichtet werden. Die alten Stützenfundamente sollen im kommenden Jahr zurückgebaut werden, darunter auch diejenigen der ersten Bahn aus dem Jahr 1935. Das Gebiet wird renaturiert.
Was passiert mit den Mitarbeitern?
Die rund 60 Beschäftigten hätten in der Zeit der vorübergehenden Schließung der Bahn die Möglichkeit, sich fortzubilden oder für Unternehmenspartner zu arbeiten, so die Säntis-Schwebebahn AG. Im Herbst 2026, wenn die neue Bahn in Betrieb geht, können die Mitarbeiter an ihren alten Arbeitsplatz zurückzukehren, so der Geschäftsführer.
Der Säntis ist der höchste Berg der Ostschweiz. Der Gipfel ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Wetterstation und von der Schwägalp (Kanton Appenzell-Ausserrhoden) aus mit der Schwebebahn erreichbar.