Bis zu 15 Zentimeter tiefe Spuren in der Rasenfläche in den Feuchtwiesen bei der Riedsäge sind die Folge des Befahrens und Driftens. Eine Komplettsanierung des ramponierten Platzes sei nötig, so die Modellfluggruppe Bad Saulgau. Der Schaden sei vermutlich eine hohe vierstellige Summe.
Mittlerweile habe der Verein Hilfsangebote von benachbarten Modellflug-Vereinen bekommen, erklärte der Vereinsvorsitzende Stefan Niederer am Montag auf SWR-Anfrage.
Wir spüren eine Welle der Solidarität.
Jetzt müsse man zunächst die Hauptfrostperiode abwarten, um mit der Sanierung des Geländes beginnen zu können. Die vollständige Behebung des Schadens werde ein gutes Jahr dauern, der Flugbetrieb sei mindestens ein halbes Jahr eingeschränkt.
Der Modellflugplatz, der in etwa halb so groß wie ein Fußballplatz ist, sei über die Weihnachtstage oberflächlich wohl gefroren, darunter aber weich gewesen. Für seine Pflege hat der Verein spezielle Geräte. Extra benannte Rasenbeauftragte aus den Reihen des Vereins kümmern sich um die Start- und Landebahn der Modellflugzeuge. Wegen ihrer kleinen Räder müsse der Grund ganz eben sein und Golfrasen-Qualität haben.
Betrieb der Modellfluggruppe Bad Saulgau im Jubiläumsjahr in Gefahr
Der Schaden für die Modellfluggruppe sei schmerzlich: Der Verein finanziere sich aus Beiträgen der etwa 50 Mitglieder und erziele Erträge durch die Veranstaltung von Flugtagen. Im Jahr 2026 feiert die Modellfluggruppe Bad Saulgau ihr 50. Jubiläum. Und der im Jubiläumsjahr geplante Flugtag stehe nun auf der Kippe. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet und bittet Zeugen, sich zu melden.
Zerstörtes Vereinsgelände durch "Drifter" auch in Langenargen
Der Vandalismus-Vorfall durch sogenannte Drifter über die Weihnachtstage in Bad Saulgau ist kein Einzelfall. Im selben Zeitraum wurde das Gelände der Modellfluggruppe Kressbronn in Langenargen (Bodenseekreis) ebenfalls durch wilde Fahrmanöver zerstört. Wie die Polizei auf SWR-Anfrage bestätigte, hat der Vorsitzende des Vereins deswegen Anzeige erstattet. Der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen im vierstelligen Euro-Bereich liegen.
Hinweise, dass die beiden Taten zusammenhängen, gebe es keine. Gänzlich auszuschließen sei es aber nicht, so die Polizei. Wahrscheinlicher scheint es aber, dass die Täter solche Areale nutzen, weil es sich um abgelegene und gut zugängliche Grünflächen handelt.