Nicht wenige schimpfen über die Jugend von heute - aber junge Menschen in Baden-Württemberg arbeiten nicht weniger als die Generationen vor ihnen. Tatsächlich ist die Erwerbsbeteiligung sogar leicht gestiegen. Der Trend der Zunahme von Teilzeitbeschäftigung setzt sich auch mit der neuen Generation fort.
2023 stieg die Erwerbsbeteiligung von 20- bis 24-Jährigen auf 72 Prozent. Vor rund 30 Jahren waren es noch 67,9 Prozent. Das ergeben Zahlen des Mikrozensus des Statistischen Landesamtes zur Erwerbsbeteiligung.
Generation Z arbeitet nicht weniger als Vorgänger-Generationen
Axel Kubitza gehört zu den ersten der Generation Z auf dem Arbeitsmarkt. Er ist jetzt 28 Jahre alt und arbeitet seit Beginn seines Studiums in Mannheim in einem Minijob. Davor hat er dort in Vollzeit gearbeitet. "Mit dem Geld bezahle ich meine Studiengebühren und zum Beispiel die Kosten für die Boulderhalle", sagt der Hobby-Kletterer. Außerdem investiert er jeden Monat 50 Euro seines Lohnes in einen Rentenfonds. Er findet, die Generation Z arbeitet viel.
Teilzeitbeschäftigung nimmt deutlich zu
Mit den Daten der Bundesagentur für Arbeit lässt sich die Beteiligung am Arbeitsmarkt in Voll- und Teilzeit aufteilen. So wird ein Trend erkennbar: die allgemeine Beschäftigung in Teilzeit nimmt zu, während die Vollzeitbeschäftigung stabil bleibt.
Allerdings registriert die Bundesagentur für Arbeit nur etwa 80 Prozent aller Erwerbstätigen. Beamte und Selbstständige werden zum Beispiel nicht gezählt. Minijobber wie Kubitza werden erfasst, fallen aber nicht unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Teilzeitbeschäftigung verdoppelt sich bei jungen Menschen in BW
Auch bei jungen Menschen und der Generation Z ist dieser Trend erkennbar. In den letzten 20 Jahren verdoppelte sich die Zahl der jungen Menschen in Teilzeit in Baden-Württemberg. Die Zunahme von Teilzeitbeschäftigung ist dabei auch ein bundesweiter Trend.
Warum arbeiten junge Leute in Teilzeit?
Grund für den Anstieg in der Teilzeitbeschäftigung könnten steigende Mieten oder ein steigender Anteil von dual Studierenden sein, sagt Timon Hellwagner vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Studienzeiten sind durch das System von Bachelor und Master zudem kürzer geworden. Über die Gründe für die Zunahme in Teilzeit lässt sich aber nur spekulieren, so Hellwagner.