Drei Männer sollen am Sonntag einen 18-Jährigen im Freibad Neckarhalde in Heilbronn angegangen und zusammengeschlagen haben. Die Polizei sucht mit einer Täterbeschreibung nach Zeugen. Auch am Sonntag haben neun Jugendliche im Freibad in Lauda (Main-Tauber-Kreis) gepöbelt, die Polizei musste anrücken. Genau eine Woche zuvor musste das Freibad in Satteldorf (Kreis Schwäbisch Hall) geschlossen werden - wegen Überfüllung und Tumulten.
Dass die Gemüter im Freibad hochkochen, ist nicht das erste Mal. Auch 2023 klagten viele Betreiber über Aggressionen und Gewalt. Die Saison 2024 war zumindest in der Region Heilbronn-Franken nach Angaben der Polizei Heilbronn weitgehend ruhig verlaufen.
Tumult in Satteldorf: Freibad mit Stacheldraht und Security gesichert
Wie zunächst das Hohenloher Tagblatt berichtete, kam es im Satteldorfer Freibad am Sonntag vor einer Woche zu tumultartigen Szenen und Bedrohungen des Personals. Zum Teil sollen Menschen, die wegen Überfüllung nicht mehr ins Freibad kamen, versucht haben, über den Zaun zu klettern. Bürgermeister Thomas Haas (parteilos) besorgte Stacheldraht, der an den Zäunen angebracht wurde. Auch ein Sicherheitsdienst für die folgenden Wochenenden sollte engagiert werden.
Aggressive Badegäste kein neues Problem
2023 verzeichneten Freibadbetreiber in ganz Baden-Württemberg ähnliche Probleme. Damals wurden teils Sicherheitsdienste eingesetzt, um für Ordnung in den Bädern zu sorgen. Auch Schließungen wurden diskutiert - als letztes Mittel. Eine Option, die offenbar auch in Satteldorf im Raum steht: Nach dem Chaos-Sonntag erklärte Bürgermeister Thomas Haas, dass im schlimmsten Fall sogar eine komplette Schließung des Bads denkbar sei.
Freibad Neckarhalde: Drei Männer schlagen 18-Jährigen zusammen
Dass der Andrang im Satteldorfer Bad hoch ist, führt Haas der Zeitung zufolge darauf zurück, dass zwei Badestellen in der näheren Umgebung diesen Sommer nicht zur Verfügung stehen: das Crailsheimer Freibad und der Degenbachsee in Jagstheim (beide Kreis Schwäbisch Hall). Doch auch wenn es genügend Bäder und Seen in der Umgebung geben soll, kochen die Gemüter hoch. So auch in der Heilbronner Neckarhalde.
Dort sollen am Sonntag drei Männer im Alter zwischen 20 bis 40 Jahren bei einem Streit auf einen 18-Jährigen losgegangen sein. Sie sollen ihn zusammengeschlagen, eine Treppe hinuntergestoßen und als er am Boden lag noch weiter auf ihn eingetreten haben. Eine 33-Jährige schritt den Beamten zufolge ein. Als die Polizei kam, waren die drei mutmaßlichen Täter allerdings verschwunden. Zeugen können sich beim Polizeirevier Heilbronn melden.
Lauda: Jugendliche pöbeln im Freibad
Das war nicht der einzige Vorfall am Sonntag: Im Terassenbad in Lauda pöbelten der Polizei zufolge neun Jugendliche. Sie sollten deshalb das Freibad verlassen, weigerten sich aber. Deshalb mussten zwei Polizeistreifen anrücken. Doch als die Beamten im Freibad ankamen, waren die Jugendlichen schon weg.
Wissenschaftliche Studien: Gemüter kochen bei Hitze schneller über
Laut Studien ist es kein Zufall, dass sich solche Vorfälle vor allem in überfüllten Freibädern und bei extremen Temperaturen häufen. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Hitzewelle zu mehr Aggression und Verbrechen führt. Es gibt also offenbar einen messbaren Zusammenhang zwischen der Umgebungstemperatur und Aggressivität.